Entwicklung der Leitwährungen unsicher – Renten-Experten raten zu kurzfristigen Euro-Anleihen
Wechselkursrisiko überschattet den Markt für US-Staatsanleihen

Seit mehr als einem Jahr warnen Vermögensmanager vor dem Kauf von US-Staatsanleihen. Das Währungsrisiko sei größer als jede Chance auf Kursgewinne, lautet ihr Argument. In den vergangenen Wochen wurde hingegen der Euro auf Talfahrt geschickt.

HB DÜSSELDORF. Doch dabei handelt es sich nur um eine kurzfristige Korrektur, mahnen Volkswirte. Ihre Vermutung: Bis Jahresende legt die heimische Währung wieder deutlich zu – auf über 1,30 US-Dollar je Euro.

Die Rendite bei zehnjährigen US-Treasuries unterscheidet sich kaum von jenen zehnjähriger Bundesanleihen. Anleger in Rentenfonds sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie in das Geschäft mit in Dollar notierten US-Staatsanleihen einsteigen sollten. Schließlich haben im vergangenen Jahr jene internationalen Fonds die beste Rendite erzielt, die in Euro notiert waren.

Im Frühjahr schien sich jedoch ein Investment in Treasuries wieder zu lohnen. Denn spätestens Anfang April hatten die US-Optimisten am Devisenmarkt das Ruder übernommen. „Die Vereinigten Staaten haben sich dynamischer als der Euroraum gezeigt“, urteilt etwa Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse beim Deutschen Investment Trust (Dit). Positive Zahlen vom Arbeitsmarkt und gute Unternehmensergebnisse sorgten für eine zwischenzeitliche Dollar-Euphorie. In der Folge rutschte der Euro bis unter 1,20 US-Dollar ab.

Doch damit ist schon bald wieder Schluss, vermutet Ulrich Beckmann von der Deutschen Bank. „Die USA haben jahrelang als Lokomotive das weltweite Wachstum angetrieben. Mittlerweile sind dort die Importe fast doppelt so groß wie die Exporte“, sagt der Leiter des Researchs. Er fürchtet, dass dieses Ungleichgewicht nicht mehr lange finanziert wird, zumal auch mehr investiert wird als die Ersparnis hergibt. „Ein schwächerer Dollar könnte die Wettbewerbsfähigkeit der USA erheblich steigern“, sagt Beckmann. Importe würden dann aus US-Sicht teurer und zudem würde das Exportgeschäft belebt – das Loch in der Leistungsbilanz könnte kleiner werden. „Bis Jahresende kann der Euro über 1,30 US-Dollar steigen“, sagt Beckmann.

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