Erfolg mit Biotech-Werten
Gesundheits-Fonds bevorzugen US-Titel

Das Übernahmegefecht um den Berliner Pharmakonzern Schering hat Markus Manns nur am Rande mitverfolgt. In seinem Fonds Unisector Gentech lässt der Manager der Union Investment Pharma-Titel komplett außen vor und investiert ausschließlich in Biotechnologie-Werte.

HAMBURG. Mit dieser klaren Ausrichtung war Manns in den vergangenen zwölf Monaten sehr erfolgreich: Im jüngsten Vergleich von 60 Fonds der Kategorie "Aktien Gesundheitswesen" belegt der Unisector Gentech mit einem Plus von 46,13 Prozent Rang eins.

"Besonders unsere größten Positionen wie Amgen, Morphosys und Qiagen haben sich als Werttreiber im Portfolio erwiesen", erläutert Manns, der seine Investments im Schnitt über rund 50 Aktien streut. Dabei bevorzugt er Firmen mit einer Marktkapitalisierung von unter einer Milliarde Euro, wobei er in der Größenklasse zwischen 100 und 300 Mill. Euro die größten Chancen sieht. "Um das damit verbundene Rückschlagspotenzial zu begrenzen, mischen wir aber auch Branchenschwergewichte wie Genentech und Gilead Sciences bei", so Manns.

Um das Risiko weiter zu begrenzen, investiert der Union-Manager nur in geringem Maße in Unternehmen, deren Wirkstoffe sich noch am Anfang der klinischen Entwicklung befinden. Stattdessen bevorzugt er Aktien von Unternehmen mit Wirkstoffen im letzten Entwicklungsstadium. Manns: "Die Erfahrung lehrt, dass Aktien von Biotech-Unternehmen in dieser Phase ihren größten Wertzuwachs verzeichnen." Fündig wird er derzeit vor allem in den USA, vor er mit 45 Prozent des Fondsvermögens investiert ist.

Mit 85 Prozent ist die Gewichtung von US-Titeln im Global Life Sciences Fund von JP Morgan Asset Management noch deutlich höher. Mit diesem stark US-lastigen Portfolio erzielte JPM-Manager Jonathan Price in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 39,63 Prozent (derzeit Rang fünf). "Der Anlagefokus liegt grundsätzlich auf US-Werten. Daran werden wir erst etwas ändern, wenn die Industrie sich auch in anderen Ländern weiterentwickelt hat", begründet der Manager die regionale Ausrichtung des Fonds.

Anders als Manns beschränkt sich Price nicht ausschließlich auf Biotech-Werte und hält aktuell rund 25 Prozent des Portfolios in Pharma-Titeln. Jens Herdack beurteilt die Perspektiven für diesen Sektor allerdings eher kritisch. "Große Pharmafirmen stehen angesichts leerer Produktpipelines derzeit unter großem Druck, was sie zu Zukäufen von Produktlizenzen oder ganzen Biotech-Firmen zwingt, so der Analyst der Berliner Weberbank. Letztere seien Profiteure dieser Entwicklung, weshalb er eher zu Fonds mit stärkerem Schwerpunkt auf Biotech-Werten rate. Der Union-Fonds sei daher dem JP Morgan-Produkt vorzuziehen.

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