Erfolg mit Umwelt und Pharma
Nebenwerte-Fonds machen in Asien das Rennen

"Für Asiens Nebenwerte war 2006 kein sehr gutes Jahr", sagt Anna Ho. Sie verwaltet den Fonds Nestor Fernost, der auf kleinere Firmen spezialisiert ist. Ihre Aussage überrascht, denn Ho erzielte im vergangenen Jahr einen Wertzuwachs von gut 44 Prozent - Platz eins von 110 bei Feri Rating & Research gelisteten Asienfonds.

HAMBURG. Die Fondsmanagerin Anna Ho weiß um die Ursachen ihres Erfolgs: "Das gute Ergebnis geht ausschließlich auf die deutliche Übergewichtung chinesischer Aktien zurück." Als Beispiel nennt Ho das auf Umweltschutztechnologien spezialisierte Unternehmen Sino: Mit rund acht Prozent stellt es derzeit die größte Position im Fonds und konnte allein im Dezember ein Kursplus von 58 Prozent verbuchen. Auch das Pharma-Unternehmen Weigao habe den Fonds beflügelt - Weigao legte 2006 um 380 Prozent zu.

Derzeit hat Ho rund 70 Prozent ihres Portfolios in Hongkong und China investiert - an dieser Übergewichtung will sie bis auf weiteres festhalten. "Das Wirtschaftswachstum sollte zwar etwas schwächer ausfallen, es bleibt aber dennoch auf sehr hohem Niveau", sagt die Fondsmanagerin. Auf Branchenebene sieht sie vor allem für die Bereiche Einzelhandel, Immobilien und Schwerindustrie Potenzial. Finanz- und Telekomtiteln steht Ho dagegen skeptisch gegenüber: "Diese Aktien sind 2006 sehr gut gelaufen und damit entsprechend teuer." Generell räumt Ho Aktien aus der zweiten Reihe gute Chancen ein: Sie könnten in diesem Jahr besser abschneiden als die großen Standardwerte.

Eine Einschätzung, die Anders Damgaard nicht teilt. Der Manager des zweitplatzierten ISI Far East Equities rechnet damit, dass in China auch in diesem Jahr großkapitalisierte Unternehmen das Rennen machen. Verlassen will er sich darauf allerdings nicht, deshalb mischt er seinem Fonds auch Nebenwerte aus China bei. Für diese Strategie hat Damgaard noch einen weiteren Grund: "Die großen chinesischen Standardwerte sind mittlerweile zu teuer und damit trotz der besseren Aussichten nicht unbedingt attraktiv."

Der Sydinvest-Manager setzt auf ein breit gestreutes Portfolio - mit rund 150 bis 200 Aktien. Ganz anders investiert Ho, die mit der Konzentration auf rund 40 Aktien durchaus hohe Einzelwetten eingeht. Einig sind sich Damgaard und Ho hinsichtlich der Aussichten für den Immobiliensektor. "Während der kommenden zehn Jahre dürften Wohnungen, Hotels und Bürogebäude angesichts des noch zu geringen Angebots und steigender Einkommen einen interessanten Anlagebereich darstellen", sagt der Fondsmanager. Zu seinen Favoriten aus diesem Segment gehören unter anderem United Industrial und Suntec Reit aus Singapur.

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