Erfolgreiche Einmischung
Nikko lobt engagierte Fonds

Manipulation muss nicht immer negativ besetzt sein: Eine Analyse der Nikko Citigroup ergab nun, dass Investmentfonds, die sich in das Management der Unernehmen, deren Aktien sie halten, einmischen, durchaus erfolgreicher sind als andere. Der Knackpunkt ist ein starker Aktienkurs.

Bloomberg NEW YORK/TOKIO. Investmentfonds, deren Management sich in die Geschäfte der Unternehmen in ihrem Portfolio einmischt, haben in der Vergangenheit den japanischen Leitindex Topix systematisch geschlagen. Und dies könnte auch in Zukunft der Fall sein. Dies geht aus einer Analyse der Investmentbank Nikko Citigroup hervor.

Die genannten Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich aktiv an der Unternehmenspolitik ihrer Werte beteiligen. Dabei liegt ihr Augenmerk auf dem Aktienkurs und den Interessen der Anteilseigner. Passt den Fonds der Stil des Managements nicht, drohe ein Buyout, sagt Patrick Mohr, Chefaktienstratege bei Nikko Citigroup in Tokio. „Das Auftauchen der Aktivisten ist begrüßenswert“, lautet sein Urteil. Die Fonds sorgten dafür, dass sich „die Prioritäten des Managements mit denen der Aktionäre decken“, sagt der Stratege.

Er hat daher einen „aktivistischen Index“ geschaffen, mit dem die Entwicklung von sechs derartiger Portfolios gemessen wird. Mohr zufolge hat sein Index den japanischen Leitindex Topix seit Juli 2002 um etwa 250 Prozentpunkte geschlagen. Auch die Investoren haben die engagierten Investmentfonds inzwischen im Blick. Nach Aussage von Ed Rogers, dem Leiter der Dach-Hedgefondsgesellschaft Rogers Investment Advisors, haben diese Fonds in seinem Portfolio von sämtlichen Managementstilen die besten Erträge erzielt.

Mit dem Interesse großer Anleger hat auch das verwaltete Vermögen der aktiven Fonds zugenommen. Es ist seit 2002 von fast Null auf etwa 900 Mrd. Yen (5,5 Mrd. Euro) angeschwollen. Bei seiner Untersuchung ist Mohr aufgefallen, dass die engagierten Fonds bei ihren Investments keinen großen Wert auf ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis legen. Stattdessen kaufen sie Unternehmen mit einer niedrigen Relation von Unternehmens- zu Buchwert. „Sie interessieren sich viel mehr dafür, wie Vermögenswerte und Barmittel bewertet sind, als für die Bewertung des Gewinns“, schreiben die Strategen. „Wenn diese Tendenz bei den aktivistischen Aktionären anhält, wird dies größere Folgen für den japanischen Aktienmarkt haben.“

Der Studie von Nikko Citigroup zufolge sind die Fonds insbesondere in der Lebensmittelbranche im Vergleich zum Topix stark übergewichtet. Der Topix Foods Index hat in den vergangenen zwölf Monaten einen Ertrag von zwölf Prozent eingefahren; die Benchmark brachte es auf eine Steigerung von 2,5 Prozent. Allein mit ihrer – am Ende fehlgeschlagenen – Übernahmeofferte für den Nudelproduzenten Myojo Foods erzielte Steel Partners einen Ertrag von 73 Prozent. Vor allzu großem Optimismus warnt Mohr jedoch ausdrücklich. „Solche Ertragszahlen wie 2003 und 2004 – als die Fonds im Stillen operieren konnten – werden schwer zu wiederholen sein“, schreibt Mohr.

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