Erfolgreiche Umstellung
Mischfonds von Invesco schafft die Wende

Es gibt Fonds, bei denen sich nach einer gewissen Zeit herauskristallisiert, dass ihr ursprünglich verfolgtes Konzept nicht aufgeht und sie entweder geschlossen oder neu ausgerichtet werden müssen. Dies scheint gegenwärtig beim MLIIF Strategic Allocation (Euro) von Merrill Lynch der Fall zu sein.

HAMBURG. Dieser überwiegend in Aktien investierende, derzeit nicht mehr aktiv angebotene Mischfonds schaffte in den vergangenen zwölf Monaten nur einen Wertzuwachs von 2,53 Prozent und belegt damit in seiner Vergleichsgruppe den letzten Platz. Auch das Drei-Jahres-Ergebnis fällt mit durchschnittlich 5,41 pro Jahr eher bescheiden aus (Tabelle). Zu den Gründen gibt Merrill Lynch offiziell zwar keine Stellungnahme ab. Aus dem zum 30. Juni publizierten Kommentar des verantwortlichen Managers Colin Graham ist jedoch herauszulesen, dass das Portfolio speziell im Mai und Juni durch "titelspezifische Aspekte" und eine "aggressive Rotation an den Aktienmärkten" in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der Gesellschaft Invesco ist es gelungen, einen Fonds mit schwacher Kursentwicklung erfolgreich umzustrukturieren. Nachdem der Mischfonds Invesco Global Dynamik Mitte 2000 durch hohe Engagements am Neuen Markt unter Druck geraten war, erfolgte 2001 die Umstellung auf ein hausintern entwickeltes Prognosemodell. Seither variieren die Manager Michael Fraikin und Thorsten Paarmann die Aktienquote je nach erwarteter Marktentwicklung zwischen 50 und 100 Prozent. "Wenn Aktien auf Sicht von drei bis sechs Monaten einen besseren Ertrag versprechen als eine Investition am Geldmarkt, fahren wir die Aktienquote hoch und umgekehrt", erläutert Fraikin das Prinzip. Bei der quantitativen Einzeltitelauswahl stünden vier Kriterien im Vordergrund: die Bewertung, die relative Stärke der Aktie, das Management der Unternehmen sowie die Frage, ob und in welchem Umfang es zu Gewinnrevisionen komme.

Zur Auswahl stehen 3 000 internationale Standardwerte, von denen Fraikin und Paarmann zwischen 80 und 130 ins Fondsvermögen aufnehmen. Die überdurchschnittlichen Ergebnisse über zwölf Monate und drei Jahre führt das Invesco-Duo neben dem hohen Investitionsgrad auch auf den Verzicht auf in ihren Augen unattraktive Blue Chips wie Microsoft, Citigroup oder General Electric zurück.

Björn Drescher, Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" in Sankt Augustin, beurteilt den Invesco Global Dynamik trotz der erfolgreichen Umstellung noch zurückhaltend. "Anleger sollten abwarten, ob sich das Modell auch in sehr schwachen Marktphasen bewährt", urteilt er und verweist auf die hohe Aktienquote von 87 Prozent kurz vor Beginn der im Mai einsetzenden Korrekturen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%