Erfolgsstrategien
China-Fonds bevorzugen Aktien von Versicherern

Auf Lo folgt Wang, hieß es im Mai bei der Fondsgesellschaft Fidelity. Fondsmanager Patrick Lo, der den Fidelity China Focus Fund seit seiner Auflage im August 2003 leitete, hat die Gesellschaft verlassen. Und seiner Nachfolgerin Martha Wang eine beachtliche Vorlage hinterlassen: Während der Durchschnitt der 49 Hongkong-China-Fonds in den vergangenen zwölf Monaten knapp 19 Prozent zulegte, schaffte der Fidelity-Fonds eine Wertentwicklung von 35 Prozent. Das ist Rang vier in der Vergleichsgruppe (siehe Tabelle).

HAMBURG. Angesichts des hohen Wertzuwachses überrascht es nicht, dass Wang, die seit einem Jahr zu Fidelitys China-Team gehört, die Anlagestrategie des Fonds beibehalten will: "Wir favorisieren kleinere und mittlere chinesische Unternehmen", sagt die Fidelity-Managerin. Dabei setzt sie auf Branchenführer, die durch hohe Eintrittsbarrieren vor Konkurrenten geschützt sind und kostengünstig produzieren.

Die gute Entwicklung der vergangenen Monate führt Wang auf das starke Engagement im Finanzsektor zurück. Vor allem der größte chinesische Versicherer China Life Insurance habe sich gut entwickelt. Gute Aussichten sieht Wang auch im Energiesektor, der über 20 Prozent des Fonds ausmacht. Bei Petrochina hat Fidelity nachgekauft: "Die Aussichten für die Fördermengenentwicklung sind günstig", begründet Wang.

Gut lief es auch für einen der ältesten und gleichzeitig größten China-Fonds auf dem deutschen Markt, den HSBC GIF Chinese Equity. Fondsmanager Richard Wong erklärt das Plus von mehr als 30 Prozent mit der Stärke im Immobiliensektor: "Die größer werdende Mittelschicht und die Verstädterung haben Wachstumserwartungen geschürt und die Kurse angeheizt", sagt Wong. Allerdings fürchtet der HSBC-Manager, dass die Regierung die Immobilienpreise dämpfen will und schichtet sein Portfolio derzeit um: Er setzt nun auf Firmen, die von der Binnennachfrage profitieren, außerdem auf Finanzdienstleister mit Vorzug auf Versicherungen.

Das ist nicht die einzige Parallele zwischen dem HSBC-Fonds und dem Fidelity-Produkt: Neun der zehn größten Position sind identisch. Die drei größten Beteiligungen sind jeweils China Mobile, China Life Insurance und Petrochina. Wong erklärt dies damit, dass sich beide Fonds am MSCI China orientieren.

Auch in ihren Ausblicken sind sich Wang und Wong einig. "Die gesunde Binnennachfrage und die steigenden Investitionen unterstützen Chinas Wirtschaftswachstum", sagt Wong. Seine Fidelity-Kollegin hebt die geplanten Reformen hervor: Bisher nicht handelbare Aktien sollen bis Ende 2006 in die neu entstehenden "G-Aktien" umgewandelt werden. "Das bedeutet für China-Investoren mehr Effizienz und Transparenz bei der Auswahl geeigneter Titel", sagt Wang.

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