Erholungstendenzen Krise siebt Hedge-Fonds aus

Unter den Hedge-Fonds zeichnen sich nach den Einbrüchen im Sommer Erholungstendenzen ab. Die ersten Anbieter machen bereits wieder deutliche Gewinne. Entscheidend dabei sind die Strategien. Das größte Plus seit dem Einbruch im August erzielten Manager, die auf die Strategie „Managed Futures“ setzen.

FRANKFURT. Die repräsentativen Indizes, die die Leistung der Finanzinvestoren messen, sind seit dem markanten Rückgang im August zuletzt kräftig gestiegen. So legte der Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index im September 2,7 Prozent zu; der HFR Global Hedge Fund Index gewann 1,3 Prozent. Da Hedge-Fonds auf fallende und steigende Kurse setzen, hatten Kritiker die Verluste des Monats August von durchschnittlich drei Prozent als „Debakel“ für die Branche bezeichnet.

Experten sehen das anders: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Hedge-Fonds-Manager eine gewisse Zeit benötigen, um Strategien an plötzliche Trendwechsel und neue Gegebenheiten in der Finanzwelt anzupassen“, sagte Oliver Schupp von Credit Suisse/Tremont dem Handelsblatt. Die bisher bekannten Ergebnisse lassen auch für Oktober eine positive Index-Entwicklung erwarten. „Für uns war bereits im August klar, dass Hedge-Fonds im September und Oktober wieder Gewinner sein würden“, sagt Schupp.

Das größte Plus von fünf bis sechs Prozent erzielten seit dem Einbruch im August Manager, die auf die Strategie „Managed Futures“ setzen. Die als CTA (Commodity Trading Advisor) bezeichneten Experten versuchen, das Geld ihrer Anteilseigner durch Investments in Futures und Optionen an den Terminbörsen zu vermehren. „Die meisten CTA sind Trendfolger, so dass sie gerade bei den vielen Trendwenden im August eine schwierige Zeit hatten“, sagt Nicolas Maduz von Tiberius Capital. Nachdem sich jetzt wieder klare Trends etabliert hätten, seien die Märkte für CTA berechenbarer geworden, ergänzt Schupp. Kräftig aufwärts ging es zuletzt auch mit Hedge-Fonds, die auf Emerging-Markets setzen. Auch diese Fonds haben seit dem Tief im August fünf bis sechs Prozent zugelegt.

Weniger gut sind die Zeiten für Hedge-Fonds, die die Strategie „Dedicated Short Bias“ verfolgen – also durch Leerverkäufe und Derivate auf sinkende Kurse an den Finanzmärkten spekulieren. Nach einer positiven Wertentwicklung im Juli und August kam es bei diesen auf Pessimismus setzenden Hedge-Fonds zu einer Performance-Wende. „Dies war im September die einzige Verliererstrategie“, sagen die Fachleute des Edhec Risk and Asset Management Research Centre. Der entsprechende CS-Tremont-Subindex fiel allein im September um fast fünf Prozent.

Seit der Subprime-Krise stehen vor allem jene Hedge-Fonds in der Öffentlichkeit, die finanzielle Desaster erlitten oder die Krise nicht überlebt haben. Doch die Krise hat auch zahlreiche Gewinner nach oben gespült, deren Leistung durch die mäßige Index-Performance verschleiert wird. Gewinne verbuchten vor allem jene, die wie der von M&G Investments gemanagte SPI Fund am Markt für Kreditderivate auf sinkende Preise setzten. Der SPI Fund erzielte in wenigen Monaten ein Plus von 25 Prozent. Auch der am Kreditmarkt aktive börsengelistete Hedge-Fonds-Manager Blue Bay Asset Management hat sich mit einer konservativen Kreditderivate-Strategie sehr gut aus der Affäre gezogen. Die Fonds der Gesellschaft weisen in diesem Jahr eine durchschnittliche Wertsteigerung um mehr als zehn Prozent auf.

Unterschiedliche Anlagekonzepte

Short-Bias: Manager der Strategie „Short-Bias“ versuchen Gewinne zu erzielen, indem sie bei Aktieninvestments insgesamt „short“ sind. Sie setzen überwiegend auf sinkende Kurse.

Managed Futures: Die Anhänger dieser Strategie investieren in Futures und Optionen auf Aktien, Anleihen, Devisen und Rohstoffen an den Terminbörsen und setzen dabei mit mathematischen Modellen auf Langfristtrends.

Emerging Markets: Hedge-Fonds versuchen durch Investments in Aktien, Bonds und Währungen von Schwellenländern Gewinne zu erzielen.

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