Ermittlungen
Fonds soll Anleger abgezockt haben

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen einen Fondsberater und eine Fondsgesellschaft wegen des Verdachts auf Gebührenschinderei (Churning). Durch exzessives Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren sollen beide Firmen die Provisionen und Gebühren in die Höhe getrieben haben.

HB FRANKFURT. Ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten sind der Fondsberater Equinet und die Fondsgesellschaft Universal Investment. Laut Anlegerschützern entstand Investoren dabei ein Schaden von rund 4,5 Mill. Euro. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu Einzelheiten nicht äußern. Man ermittele gegen zehn Personen, sagte eine Sprecherin. Die beschuldigten Unternehmen wiesen die Vorwürfe zurück. (AZ: 7420 Js 239791/05)

Aufgekommen war der Verdacht durch Schadenersatzprozesse geschädigter Anleger. Im Dezember 2002 hatten Universal und Equinet für den Fonds Europa-Actio-Matrix-Universal geworben. Dank mathematischer Modelle sollten die Papiere weit besser abschneiden als der europäische Aktienindex EuroStoxx 50. Doch das Ergebnis war Jahr für Jahr etwa zehn Prozent schlechter als der Referenzwert. „Das kam uns komisch vor. Das konnte nicht an der Performance liegen“, sagt der Geschäftsführer der Anlegerschutzvereinigung Toros, Johannes Gerlinger. Er vermutete hohe Transaktionskosten. Der Fonds habe bis zu 38 Mal im Jahr umgeschichtet – normal sei bei derartigen Produkten eine Umschichtung in fünf Jahren.

Universal-Sprecher Henning Stegmayer sagte, Schadenersatzklagen, die auf dem Verdacht des Churnings basierten, seien alle abgewiesen worden. Man habe den Fonds im Januar 2006 geschlossen, weil er nicht mehr wirtschaftlich gewesen sei. Die Kosten seien im Vergleich zum Volumen zu hoch gewesen. Götz Gollan, Finanzchef der Equinet vermutet „eine Kampagne selbst ernannter Anlegerschützer“. „Die Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage, die angeblich 4,5 Mill. Euro Schaden sind aberwitzig.“ Um Churning handele es sich nicht; schließlich müsse man bei Fonds die nach mathematischen Modellen gemanagt würden, häufiger umschichten als bei jenen, die in „Witwen- und Waisenpapiere“ wie Staatsanleihen investierten.

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