Ernüchterung
Hedge-Fonds sammeln nur wenig Geld ein

Boomende Aktien sind Gift für Alternativ-Investments. Diese Erfahrung macht die deutsche Hedge-Fonds-Branche. Hierzulande sind etwa 20 Mrd. Euro in deutsche Hedge-Fonds-Produkte investiert, also noch nicht einmal zwei Prozent des gesamten Finanzvermögens. Hiesige Hedge-Fonds laufen den Zertifikaten auf Hedge-Fonds-Indizes hinterher, in die 18 Mrd. Euro flossen.

HB FRANKFURT. Die nach der Reform des Investmentmodernisierungsgesetzes ab 2004 zugelassenen 19 Hedge-Fonds und 22 Dach-Hedge-Fonds sammelten nur zwei Mrd. Euro ein. Peter Alex vom Bundesverband Alternative Investments (BAI) sagte aber dem Handelsblatt: „Wir rechnen für die kommenden Jahre mit einem starken Anstieg.“

Doch die positiven Prognosen der deutschen Hedge-Fonds-Branche hängen an einigen Unwägbarkeiten – vor allem am Kurstrend von Aktien und Anleihen, in die weiter das Gros des Anlegergelds fließt. Ein Grund für das geringe Anlegerinteresse liegt darin, dass Hedge-Fonds nach Jahren zweistelliger Renditen 2005 weltweit Ergebnisse von nur noch sieben bis neun Prozent brachten. Die Performance deutscher Hedge-Fonds lag noch deutlich darunter.

Ungeachtet der zögerlichen Akzeptanz sehen Experten Wachstumschancen für Hedge–Fonds. Von Mercer Oliver Wyman wird das Wachstumspotenzial bis 2007 auf 29 Mrd. Euro geschätzt. „Das ist ein ambitioniertes Ziel“, heißt es beim BAI. Große Hoffnungen setzt die Branche auf die deutsche Versicherungswirtschaft. Rein theoretisch betrage das Potenzial der Assekuranz für Investments in Alternativ-Investments etwa 55 Mrd. Euro, sagt Alex. Es sei jedoch utopisch, darauf zu hoffen. Kurzfristig würden die über Investmentkapital von 1,1 Billionen Euro verfügenden deutschen Versicherungen wohl kaum ihre Quote von rund fünf Prozent ausschöpfen, die ihnen für solche Anlagen zugestanden wird.

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