Erste Erfolge
Umsätze am Zweitmarkt für geschlossene Fonds steigen

Der deutsche Zweitmarkt-Handel mit geschlossenen Fonds kommt langsam in Schwung. Die Fondsbörse Deutschland (FD) feiert erste Erfolge, bekommt aber weitere Konkurrenz durch eine Kooperation der US-Investmentbank Lehman Brothers mit der deutschen Internet-Plattform Efonds24.

HB HAMBURG. Der Fondsexperte Stefan Loipfinger schätzt, dass in diesem Jahr Fondsanteile im Nominalwert von etwa 100 Mill. Euro den Besitzer wechseln. Die Zweitmarktanbieter gehen angesichts eines gebundenen Kapitals von geschätzten 150 Mrd. Euro in Immobilien-, Schiffs- und Medienfonds von einem riesigen Wachstumspotenzial aus. Der Handel konzentriert sich zurzeit auf Immobilien- und Schiffsfonds.

„Wir wollen der zentrale Zweitmarkt werden“, sagt Thomas Ledermann, Vorstand der Börsengesellschaft BÖAG. Die BÖAG ist Organisator der Fondsbörse Deutschland. Diese entstand vor einem Jahr, als die BÖAG eine Kooperation mit der damaligen DAI – heute Fondsbörse Deutschland Beteiligungs AG – einging, die bereits im Jahr 2001 begann, einen Zweitmarkt für Fonds aufzubauen.

Die Konkurrenz um Zweitmarktumsätze wird allerdings schärfer. Anfang nächsten Jahres startet die Meridian 10 GmbH in Kooperation mit Efonds24 einen weiteren Marktplatz mit Kaufangeboten für 100 Schiffsfonds. Hinter Meridian stehen als Kapitalgeber für Ankäufe „in unbegrenzter Höhe“ Lehman Brothers und Kimco Realty Corp., der größte Shoppingcenter-Betreiber in den USA. Kimcos Interesse gilt der späteren Erweiterung des Marktes auf den Ankauf von US-Immobilienfondsanteilen. Als Berater fungiert die seit längerem als Aufkäufer von Schiffsbeteiligungen tätige Hanseatic-Gruppe.

Sowohl die Fondsbörse als auch Meridian 10 sehen sich allerdings immer öfter Emissionshäusern gegenüber, die Anteilsaufkäufe außerhalb ihrer Einflusssphäre verhindern möchten. Dafür ändern sie Gesellschaftsverträge von Neuemission, so dass Verkäufe nur noch im Gesellschafterkreis möglich sind oder Reedern bzw. dem Emissionshaus Vorkaufsrechte eingeräumt werden.

Jürgen Wollny, Geschäftsführer des Schiffsfondsanbieters Nordcapital (NC) und dort für das hauseigene Anteilsversteigerungssystem verantwortlich, bestätigt, dass der Gesellschaftsvertrag eines NC-Fonds einschränkende Vorkaufsrechte enthält. Außer NC haben auch die Anbieter Conti und Norddeutsche Vermögen eigene Handelsplattformen installiert. Die Umsätze dieser drei Anbieter bezifferte Analyst Loipfinger auf dem Schiffsfinanzierer-Kongress „Hansa Forum“ auf zusammen rund 30 Mill. Euro Nominalkapital.

Die von Emissionshäusern unabhängige FD beziffert ihren Umsatz im laufenden Jahr auf bisher 40 (2004: 24) Mill. Euro. FD listet aktuell knapp 2 000 Fonds, wovon fast 300 zum so genannten Premiumsegment gehören, für dessen Werte die Beteiligungsmakler AG Preise stellt. Der Umsatz verteilt sich auf 180 verschiedene Fonds und entfällt zu 45 Prozent auf Schiffsfonds und zu 54 Prozent auf Immobilienfonds. Institutionelle Anleger stellen ein Viertel der Käufer.

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