Erste Kapitalzuflüsse verzeichnet
Hoffnung für Hedge-Fonds

Für Hedge-Fonds scheint das Ende der Leidenszeit gekommen zu sein. Seit Ende des vergangenen Jahres hat die Branche - gemessen am HFRX-Gesamtindex - eine durchschnittliche Wertentwicklung von plus 5,6 Prozent erzielt.

FRANKFURT. Zudem verzeichneten die Hedge-Fonds nach einem massiven Kapitalabfluss während der vergangenen 18 Monate von rund 2,1 auf zuletzt nur noch 1,2 Billionen Dollar in jüngster Zeit wieder leichte Zuflüsse.

Die Wertentwicklung der Hedge-Fonds blieb deutlich sowohl hinter dem Weltaktienindex MSCI als auch dem CRB-Rohstoffindex zurück, die während dieses Zeitraums um 8,7 Prozent beziehungsweise um 13,4 Prozent gestiegen sind. Dass Hedge-Fonds mit dieser Wertentwicklung nicht Schritt hielten, wertet Manuel Ebner von Rose & Sky als Beweis dafür, dass sie zu ihren Wurzeln zurückkehren.

Denn das eigentliche Ziel dieser modernen Finanzinvestoren besteht darin, unabhängig von der Entwicklung traditioneller Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe längerfristig stabile positive Renditen zu erzielen - und zwar sowohl in konjunkturellen Aufschwung- als auch in Abschwungphasen. Eine der zahlreichen Strategien zielt darauf, in unterbewerteten Vermögenswerten auf steigende Kurse und in überbewerteten Vermögenswerten auf sinkende Kurse zu setzen. Auf diese Weise reduzieren Hedge-Fonds das Risiko ihrer Gesamtposition.

Dass sie von diesen Vorgaben in den Vorjahren abgewichen waren, zeigt der mehr als 23-prozentige Verlust, den der HFRX Hedge Fund-Global Index im Krisenjahr 2008 erlitten hat. Die massiven Verluste während der Finanzkrise waren vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Branche vor allem vom Faktor Gier leiten ließ. Zum einen setzten die meisten Akteure dieser Investorengruppe mit sogenannten direktionalen Strategien auf bestimmte Kursrichtungen (oft auf steigende Aktien- und Rohstoffkurse), und zum anderen nutzte die Branche dabei einen hohen Hebel ("Leverage"), indem sie Geschäfte mit Krediten und Derivaten fremdfinanzierte.

Jetzt scheint Besinnung eingekehrt zu sein. Denn im Zuge der Stabilisierung der Finanzmärkte haben sich Hedge-Fonds zu risikoärmeren Strategien entschlossen. Das würdigen auch institutionelle Investoren. "Ende dieses Jahres dürfte sich das von Hedge-Fonds verwaltete Volumen bei 1,3 Billionen Dollar einpendeln", heißt es in einer Studie von Barclays Capital. Während amerikanische Stiftungen ihre bei rund 14 Prozent des Gesamtvermögens liegende Gewichtung von Hedge-Fonds reduzieren dürften, rechnet Barclays damit, dass Pensionskassen und Versicherungen den modernen Finanzinvestoren mehr Kapital zur Verfügung stellen werden.

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