Erste Sparinvest und Gerling haben die Laufzeiten verkürzt
Fondsmanager schichten Euro-Anleihen um

Obwohl der Espa Bond Combirent der Wiener Fondsgesellschaft Erste Sparinvest zu den größten Rentenfonds für Euro-Anleihen gehört, ist er vermutlich nur wenigen deutschen Anlegern ein Begriff. Der Grund: Bislang hat der bereits im Mai 1969 aufgelegte Fonds aus Österreich den überwiegenden Teil der verwalteten Gelder auf seinem Heimatmarkt eingesammelt.

HAMBURG. Espa-Manager Dieter Ziering investiert in auf Euro lautende Staatsanleihen, staatsgarantierte Papiere sowie in Pfandbriefe und Bankanleihen und bewies dabei in den vergangenen zwölf Monaten ein gutes Händchen: Mit einem Plus von 8,44 Prozent schnitt der Combirent unter den zehn größten Fonds seiner Kategorie am besten ab, in der Gesamtwertung belegt er immerhin Rang 41.

Ziering führt das gute Abschneiden unter anderem auf ein eigens für den Fonds entwickeltes Trendfolgesystem zurück, das ihn bei der Steuerung der Laufzeiten unterstützt. „In den vergangenen zwölf Monaten gab es eindeutige Bewegungen im Markt. Deshalb haben wir zum Beispiel im März und April schwerpunktmäßig auf Papiere mit Restlaufzeiten von fünf bis zehn Jahren gesetzt“, so der Fondsmanager. Im Mittelpunkt standen dabei Länder mit sehr guter Bonität und stabilem wirtschaftlichen und politischen Umfeld wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande.

Da er im genannten Segment in naher Zukunft nicht mehr mit sinkenden Renditen rechnet, setzt Ziering aktuell jedoch in erster Linie auf Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten von bis zu drei Jahren. „Andererseits ist es angesichts der negativen konjunkturellen Situation in Europa eher unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöht“, erläutert Ziering, warum er für die Rentenmärkte dennoch grundsätzlich optimistisch bleibt. Weiter gute Chancen sieht er zudem bei Anleihen mit sehr langen Restlaufzeiten von bis zu 30 Jahren, da in diesem Bereich eine hohe Nachfrage von Pensionskassen und Versicherungen bestehe. Die Vorstellung, mit seinem Portfolio auch in den kommenden zwölf Monaten eine Performance von mehr als acht Prozent erzielen zu können, hält der Espa-Manager allerdings für utopisch: „Mit etwas Glück sind vier Prozent drin.“

Diese Einschätzung deckt sich mit dem Renditeziel von André Bischoff. Der Manager des Gerling Rendite Fonds hat bereits im Herbst 2004 die Laufzeiten verkürzt. „Damit haben wir natürlich einen Teil der Kursrally an den Rentenmärkten verpasst“, sagt Bischoff. Er erklärt damit, warum sein vom Bad Homburger Analysehaus Feri Trust mit der Bestnote (A) bewerteter Fonds in den vergangenen zwölf Monaten ins hintere Drittel der Vergleichsgruppe zurückfiel. Auch in den nächsten Monaten will der Gerling-Manager defensiv aufgestellt bleiben und bevorzugt weitere Papiere mit kurzen und mittleren Restlaufzeiten. Die mittlere Kapitalbindungsdauer seines Portfolios (Duration) liegt derzeit bei 3,5 Jahren.

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