Ertragschance schrumpft durch Vielzahl an Produkten
Hedge-Fonds beseitigen Ineffizienz der Märkte

Die Branche der Hedge-Fonds boomt. Dies gilt zumindest hinsichtlich der steigenden Zahl dieser Kapitalsammelstellen sowie des verwalteten Fondsvermögens. Ein Blick auf die Wertentwicklung der Fonds fördert indes Enttäuschendes zu Tage. In dieser Hinsicht kann gerade für die vergangenen drei Monate nicht von einem Ertragsboom gesprochen werden.

HB FRANKFURT/M. Nach Angaben der Fachorganisation „Tass HF Research“ gibt es weltweit über 7 000 Hedge-Fonds. Diese Geldpools verwalten ein Vermögen von mehr als 1 Bill. Dollar – also nur etwa zwei Prozent des von traditionellen Investmentfonds und Pensionsfonds rund um den Globus verwalteten Kapitals. „Wir erwarten bis zum Jahr 2006 eine Verdoppelung des in Hedge-Fonds investierten Kapitals“, zeigt John Godden vom Fachinstitut Hedge Fund Research (HFR) positive Perspektiven für den noch recht jungen Teilbereich der Asset-Management-Branche auf.

Die Enttäuschung über die von Hedge-Fonds im zweiten Quartal 2004 erreichten Resultate ist jedoch riesig. Zum ersten Mal überhaupt wiesen die acht Teilindizes der führenden Strategien Verluste auf. Daher hat eine fieberhafte Suche nach den Ursachen eingesetzt. Eine mögliche Erklärung ist in der zunehmenden Popularität der Kapitalpools zu sehen. Dabei ist es weniger die schiere Zahl der Fonds, sondern vielmehr die Tatsache, dass viele Fondsmanager vor dem Hintergrund neuer Transparenz-Anforderungen ihre einstige Stärke nicht mehr einbringen können. Dort, wo Manager von Hedge-Fonds der Strategie Long/Short-Equity früher in „geheimen“ Aktionen unterbewertete Aktien kauften und zugleich in überbewerteten Aktien „short“ gingen – also auf sinkende Kurse spekulierten –, lösen derartige Transaktionen heute, im Internet- und Medien, viel mehr Lärm aus. Andere Manager können leichter auf den Zug aufspringen. Wollen an der Börse aber alle das Gleiche tun, verschwinden nicht nur die Ineffizienzen, sondern auch die Chancen.

Experten bestätigen, dass die zunehmende Zahl von Hedge-Fonds das Ertragspotenzial zumindest der Strategie Long/Short-Equity, in die etwa 60 % der Hedge-Fonds- Gelder investiert sind, beschränke. „Die zunehmende Zahl der Hedge- Fonds macht die Finanzmärkte mit Sicherheit effizienter“, bestätigt Sy Schlüter, geschäftsführender Gesellschafter der CAI Beratungsgesellschaft, der als einer der ersten deutschen Hedge-Fonds-Manager gilt. Bei einigen Strategien sei es durch die zunehmende Zahl von Managern in der Tat schwierig, interessante Investmentchancen zu finden, ergänzt Kevin Ferro, der das Geschäft mit Alternativ- Investments für die Commerzbank aufgebaut und inzwischen eine eigene Hedge-Fonds-Gesellschaft gegründet hat. Dies gelte allerdings nicht für alle Strategien. Zwar sei die Kapazität zum Geldverdienen auf einigen Finanzmärkten begrenzt - auf Märkten mit komplexeren Strategien indes noch nicht. Hier würden kluge Köpfe der Szene nach wie vor große Ertragschancen vorfinden.

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