Ertragspotenzial wird von vielen Anlegern noch unterschätzt
Rohstoffe gehören in jedes Depot

Rohstoffe schlagen Aktien, und zwar über längere Zeiträume. Doch viele Anleger halten Rohstoffe für ein exotisches und wenig ertragreiches Investment.

HB FRANKFURT. Ein Grund für die Skepsis liegt offenbar darin, dass es für Anleger schwierig ist, unmittelbare Erfahrungen im Rohstoffbereich zu sammeln. Zwar umfasst der physische Rohstoff-Handel etwa ein Viertel des gesamten Welthandels. Er ist für institutionelle Anleger aber kaum empfehlenswert, unter anderem aus technischen Gründen.

Die Anlage in Rohstoff-Futures ist vielen Institutionellen nicht gestattet. Anleger müssen sich auf Fonds und Zertifikate beschränken, die die Wertentwicklung von Rohstoffindizes teilweise oder vollständig abbilden - oder in Rohstoffaktien investieren.

Oft registrieren Marktbeobachter nur die Bewegung der Spotpreise (Kassapreise). Anlagen auf Basis von Rohstoff-Total-Return-Indizes, die einer zu 100 Prozent investierten buy-and-hold-Anlage in den Rohstoffmärkten entsprechen, haben jedoch drei Ertragskomponenten: die Entwicklung der Spot- Rohstoffpreise, die Rolleffekte von einem Futures-Kontrakt zum nächsten und die Verzinsung des Collaterals (Portfoliovolumen abzüglich Sicherheitseinschuss, also der Margin); die letztgenannte Komponente ist darauf zurückzuführen, dass nur etwa zehn Prozent des Portefeuilles als Margin hinterlegt werden müssen und der übrige Teil verzinslich angelegt werden kann.

Nur ein kleiner Teil der Erträge resultiert aus Kursgewinnen am Spotmarkt. Rohstoffe haben seit 1970 einen Gesamtertrag von 12,45 Prozent jährlich erwirtschaftet. Davon entfallen 3,75 Prozent auf Kursveränderungen am Spotmarkt, 1,9 Prozent auf positive Rollerträge (so genannte Backwardation) und 6,8 Prozent auf Zinsgewinne.

Rohstoffe stellen aus Diversifikationsgründen eine fast zwingende Beimischung zu Renten, Aktien und Immobilien dar. Sie sind leicht negativ mit Aktien und Renten korreliert und wirken als Hedge gegen steigende Inflation. Um diese Effekte zu erzielen, führt kein Weg an den Rohstoff-Terminmärkten vorbei. Denn Rohstoff-Aktien korrelieren nur zu knapp 40 Prozent mit den Rohstoffmärkten.

Auch institutionelle Anleger befassen sich zunehmend mit Rohstoffen. Es gibt mittlerweile Fonds, die die Performance von Rohstoffindizes abbilden, sowie strukturierte Anleihen mit Rohstoffbezug.

Eberhard von Alten ist Partner der Faros Consulting GmbH in Frankfurt.

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