ETF-Anlagestratgie

„Wir sind für Fondsmanager keine Bedrohung mehr“

Mit fünf neuen Indexfonds ist die Marke von 1000 auf Xetra gehandelten ETFs geknackt. Doch von dem Begriff Produktflut will Thorsten Michalik, der Chef von db X-Trackers nichts wissen. Ganz im Gegenteil.
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Der Handelssaal der Frankfurter Börse: ETFs setzen ihren Siegeszug fort. Quelle: Reuters

Der Handelssaal der Frankfurter Börse: ETFs setzen ihren Siegeszug fort.

(Foto: Reuters)

Herr Michalik, die Marke von 1000 auf Xetra gehandelten ETFs ist geknackt. Welcher war der 1000. Indexfonds?
Das ist ein Aktien-ETF MSCI Philippines, einer von fünf neuen Indexfonds aus dem Haus db X-Trackers.

1000 ETFs, brauchen wir die wirklich alle?

Wir brauchen die richtigen ETFs von den richtigen Anbietern. Was wir sicher nicht brauchen, ist der 15. Indexfonds auf den Dax. Aber wir brauchten einen ETF auf den MSCI Philippines, denn die Philippinen haben auf der Anleger-Landkarte noch gefehlt.

Thorsten Michalik ist Chef von db X-Trackers, der ETF-Tochter der Deutschen Bank. Quelle: Pressefoto

Thorsten Michalik ist Chef von db X-Trackers, der ETF-Tochter der Deutschen Bank.

(Foto: Pressefoto)

Viele weiße Flecken gibt es aber nicht mehr….

Das stimmt. Wir haben mittlerweile alle Assetklassen, so gut wie alle Länder und Branchen abgedeckt. Trotzdem wird es weitere ETFs geben. Denn die Anleger hinterfragen, ob wir die Indexfonds auch auf die richtigen Indizes anbieten…

Das müssen Sie erklären.

Das ist keine Generalkritik an den Indizes. Aber Anleger sagen sich beispielsweise, dass der Dax ein toller Index sei. Doch lieber wäre es ihnen, wenn die Aktien gleichgewichtet im Index vertreten wären. Sie wollen in den Euro Stoxx investieren, aber bitte ohne Finanzwerte. Sie möchten zwar in bekannte Indizes investieren, aber abgewandelt. Viele Anbieter – auch neue – werden versuchen, hier ihre Lücke zu finden.

Gerade neue ETF-Häuser führen oft das Argument an, Produkte auf Standardindizes anzubieten, wäre quasi Pflicht für einen Anbieter auf dem deutschen Markt? Stichwort 15. Dax-ETF.

Die Zahlen beweisen das Gegenteil. Neuere Indexfonds auf den Dax haben im Vergleich zu den ETFs von iShares und uns, den beiden größten nach Handelsvolumen auf Xetra und nach verwaltetem Vermögen, nur wenig Geld eingesammelt.

Es gibt keine Flucht von Renten in Aktien
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2 Kommentare zu "ETF-Anlagestratgie: „Wir sind für Fondsmanager keine Bedrohung mehr“"

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  • 1000 ETFs ist doch schon eine ganze Menge. Zum Glück gibt es mit fonds-etf.de Dienste die aus diesen 1.000 bereits schon günstigen Fonds nochmals die günstigsten herausfiltern. Laut Studien lohnt sich aktives Fondsmanagement nicht - Anleger zahlen höhere Gebühren auch für Fehlentscheidungen, also wenn Fonds dann ETFs.

  • Dieser ganze Fonds-, Derivatemüll, strukturiert, nicht strukturiert, ETFs, KOs, Waves, etc., ist doch nur was für Harz4-Empfänger, Leute mit kleinen Geldbeutel oder Anfängern, die sich noch nicht trauen mit großen Beträgen einzusteigen. Oder investiert man dort Summen ab 200.000 € pro Ticket aufwärts?
    Ich kauf mir jedenfalls lieber, bei positiver Meinung, klassisch Aktien (um auch evtl. die Dividende zu kassieren).

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