ETF-Boom
„Geld in ETFs ist dummes Geld“

Kostengünstig und transparent sollen sie sein: Indexfonds, auch ETFs genannt. Aber was kann diese Anlagemöglichkeit? Welche Chancen und Risiken gibt es? Wir haben uns bei Befürwortern und Kritikern umgehört.

„Kein Fondsmanager, mehr Rendite“ – auf diesen kurzen Nenner lassen sich die Stärken von ETFs bringen, wenn es nach ihren Befürwortern geht. Hinter dem Kürzel, das für Exchange Traded Funds steht, verbergen sich im allgemeinen Sprachgebrauch passiv anlegende, börsengehandelte Indexfonds.

Passiv heißt, dass hier kein Fondsmanager aktiv bestimmte, besonders aussichtsreiche Aktien auswählt, sondern der Fonds möglichst genau die Entwicklung eines bestimmten Index nachvollziehen soll. Rein theoretisch stecken also zum Beispiel in einem Dax-ETF immer genau die Aktien, die auch Mitglied im Dax sind: Steigt der Dax um ein Prozent, steigt auch der Dax-ETF um ein Prozent.

Diese simple Funktionsweise überzeugt viele Anleger: Vor gut 15 Jahren kamen die ersten ETFs in Europa auf den Markt. Auf der Börsenhandelsplattform Xetra sind heute über 1000 ETFs gelistet. Europaweit haben Anleger über 400 Milliarden Euro in ETFs investiert. Kein Pappenstiel – und doch nur etwa fünf Prozent des auf aktiv verwaltete Fonds entfallenden Vermögens.

„Keine Ahnung, keine Aussicht auf Überrendite“ – so umschreiben Kritiker denn auch die Wesensmerkmale der ETFs. Sie weisen darauf hin, dass ETFs immer nur mit dem Markt steigen und fallen – eine Überrendite, also ein Renditeplus im Vergleich zur allgemeinen Marktentwicklung, sei so nicht möglich. Ob Aktienkurse durch die Unternehmensentwicklung, also etwa Umsatz und Gewinn, gerechtfertigt sind oder nicht, ist den ETFs außerdem völlig egal.

„Geld in ETFs ist dummes Geld. Es macht aktiven Fondsmanagern das Geschäft etwas leichter“, sagt Eckhard Sauren, Dachfondsmanager aus Köln. Sauren sammelt bei Anlegern Geld ein, um es dann in besonders aussichtsreiche, aktiv verwaltete Fonds zu stecken. Den Unterschied machen aus seiner Sicht die Fondsmanager. Wer besonders gute Fondsmanager erkennen kann, habe durchaus Chancen, den Markt zu schlagen, sagt Sauren. Laut eigenen Angaben haben 80 Prozent der von der Sauren-Gruppe ausgewählten Fondsmanager im Anschluss besser abgeschnitten als der jeweilige Vergleichsindex. So habe etwa der hauseigene Aktien-Dachfonds Sauren Global Growth seit dem Jahr 2000 den weltweiten Industrieländer-Aktienindex MSCI World um Längen geschlagen.

Viele Studien zeigen jedenfalls, dass kaum ein Fondsmanager es schafft, auf längere Sicht den Markt zu schlagen. „Je länger die Anlagedauer, desto unwahrscheinlicher ist ein besseres Abschneiden aktiver Ansätze“, sagt Alexander Kihm, Mitgründer des Finanz-Startups Fairr, das ETF-Sparpläne mit staatlicher Förderung anbietet. „Wir wissen nicht, wer in Zukunft Glück und Pech haben wird. Deshalb verlassen wir uns lieber auf die bewährten Grundsätze der Geldanlage“, sagt Kihm.

Diese Grundsätze seien ein langer Atem. Kein Rein-und-Raus in der Hoffnung auf ein geschicktes Timing. Breite Streuung statt der Auswahl einzelner Aktien. Und eine Risikosteuerung nach verbleibender Anlagedauer bis zum gewünschten Ausstiegszeitpunkt – je mehr Zeit bleibt, desto mehr riskantere, aber auch renditestärkere Anlagen dürfen ins Portfolio.

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