ETF-Dachfonds: Wenige Tops, viele Flops

ETF-Dachfonds
Wenige Tops, viele Flops

Aktiv oder passiv? Für viele Anleger ist das eine Glaubensfrage. ETF-Dachfonds sollen im Idealfall die Stärken beider Anlagestile verbinden. Welche Produkte überzeugen und welche durchfallen. Eine Bilanz.
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DüsseldorfImmer mehr Dachfonds-Anbieter nutzen passive Produkte. Sie setzen auf die preisgünstigen und transparenten börsennotierten Indexfonds – sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Gut 30 ETF-Dachfonds gibt es mittlerweile.

Das Ziel der Fondsmanager: Sie wollen immer an den Märkten präsent sein, in denen die Kurse steigen und möglichst jene meiden, an denen es gerade knallt. Vor allem in den vergangenen Monaten konnten die Anleger gut verdienen, die rechtzeitig zwischen den Anlageklassen hin- und hersprangen oder zwischenzeitlich sogar auf fallende Kurse setzten.

Doch nur die wenigsten Profis konnten überzeugen. Eine Auswertung des Analysehauses Scope Analysis zeigt: Auch die ETF-Dachfonds schützen vor den Turbulenzen an den Märkten nicht. Im Gegenteil, sie stürzten teilweise empfindlich ab. Am schlimmsten traf es den Aktiv Constant Profit Global T (ISIN: DE000A0M13T8), der im vergangenen Jahr fast 32 Prozent an Wert verlor. Der Mischfonds von Dr. Seibold Capital hatte noch vor wenigen Jahren zu den besten ETF-Dachfonds gehört. „Natürlich sind auch viele ETF-Dachfonds im vergangenen Jahr unter die Räder gekommen“, sagt Sasa Perovic, Leiter ETF-Analyse bei Scope, mit Blick auf die extremen Marktturbulenzen in 2011.

Doch es gibt Ausnahmen: Zu den erfolgreichsten Produkten zählen derzeit die Fonds der Investmentgesellschaft Avana Invest. Die Dachfonds decken die vier Anlageklassen Aktien Europa, Renten Europa, Aktien Emerging Markets und Rohstoffe ab. Avana-Gründer und -Geschäftsführer Götz Kirchhoff setzt auf ein Trendfolgesystem. Der Computer erkennt dabei Trends und gibt dann die entsprechenden Kauf- oder Verkaufssignale. Die Strategie scheint aufzugehen: Mit einem Kursplus von 7,3 Prozent hat der Avana Index Trend Europa Control (ISIN: DE000A0RHDC7), ein Renten-Dachfonds, besser abgeschlossen als jeder andere Dachfonds.

„Das Modell hat funktioniert und die Trendwechsel am Rentenmarkt rechtzeitig angezeigt“, sagt Kirchhoff. Nach einem Zinshoch im Dezember 2010 waren die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen im Zuge der Griechenlandkrise binnen weniger Monate von 2,8 Prozent auf nur noch 1,5 Prozent gefallen. Der Computer gab ein Signal und das Fondsmanagement wechselte Ende April von der Short- auf die Long-Seite. Etwas schwächer entwickelte sich das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Veritas. Der ETF-Dachfonds Renten (ISIN: DE0005561690) legte im vergangenen Jahr 4,6 Prozent zu – Platz zwei unter den ETF-Dachfonds.

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