ETF-Markt
Boom der Indexfonds lockt US-Anbieter

Der europäische Markt für börsengehandelte Indexfonds (ETF) wird laut Experten weiter rasant wachsen. Grund sei die aktuelle Finanzkrise; Investoren setzten verstärkt in sichere und transparente Produkte. Nun planen die amerikanischen Gesellschaften Wisdom Tree und Powershares spezielle Produkte für den schnell wachsenden ETF-Markt in Europa.

FRANKFURT. "Schon im kommenden Jahr dürfte das Vermögen 200 Milliarden Euro erreichen - von jetzt 84 Milliarden Euro", sagt beispielsweise Andreas Fehrenbach, ehemaliger Vorstand des ETF-Anbieters Indexchange. Diese Aussichten locken immer mehr Akteure in den Markt. Wie das Handelsblatt erfuhr, wollen zwei ETF-Häuser aus den USA einsteigen: die - gemessen am verwalteten Vermögen - 4,5 Mrd. Dollar große Wisdom Tree und die 35 Mrd. Dollar schwere Powershares. "Weitere Kandidaten haben wir in der Pipeline", sagt eine Vertreterin der Deutschen Börse, dem führenden ETF-Handelsplatz in Europa.

Die aktuelle Finanzkrise beschert den Anbietern derzeit zusätzliche Nachfrage, da die Investoren nun noch stärker auf transparente, jederzeit handelbare und preiswerte Produkte setzen. "Deshalb sind ETFs die Gewinner", sagt Bruce Lavine, einer der Leiter von Wisdom Tree in New York. "Das ist auch eine Variante der Flucht in sichere Häfen", sagt Jason Hsu, Mitgründer vom Anbieter Research Affiliates in Pasadena, Kalifornien.

Laut Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandchef des zweitgrößten europäischen ETF-Hauses Lyxor Asset Management, "empfinden institutionelle Anleger Indexnähe als risikosenkend. Außerdem spüren wir Umschichtungen von Direktbeständen an kleinen Aktien in ETFs". Darüber hinaus greifen Investoren seiner Beobachtung nach nun nicht mehr auf klassische Aktien-ETFs wie Produkte auf den Dax oder EuroStoxx50 zurück. Dem Lyxor-Mann zufolge nutzen sie auch stärker Anleihe-ETFs, wenn sie mit einer Fortsetzung der Krise rechnen - was Anleihen begünstigen sollte.

Unter den Anbietern hat ein regelrechter Run eingesetzt. Der Marktführer Barclays Global Investors bekommt zunehmende Konkurrenz (s. "Der ETF-Markt"). Zu Jahresbeginn stieg die Deutsche Bank in das Segment ein, der Sparkassen-Dienstleister Deka kündigte seinen Start für Anfang kommenden Jahres an. "Das ist eine Story für die nächsten 20 Jahre", sagt Fehrenbach.

Meyer zu Drewer erwartet eine ähnliche Entwicklung des ETF-Geschäftes wie im Heimatmarkt USA. "Dort sind jetzt 15 Prozent des Fondskapitals in ETFs angesammelt, gemessen an den dortigen Relationen sollten wir in Europa auf Fünfjahressicht 300 Milliarden Euro erreichen." Laut Hsu sollten Indexfonds für sogenannte Fundamentalindizes daran einen zehnprozentigen Anteil haben.

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