ETF
Sicherheit zu kleinem Preis

Anleihen gehören in jedes Depot, besonders wenn ein Börsenabschwung droht. Mit passiv gemanagten börsengehandelten Indexfonds (ETFs) auf Renten-Indizes sichert sich der Anleger Vorteile in diesem renditeschwächeren Segment. Doch er sollte eine klare Meinung zur Zinsentwicklung haben.

Zurzeit macht die Börse keinen rechten Spaß. Dax und Dow sind weit von ihren Jahreshochs entfernt und werden es wohl bleiben, solange die Hiobsbotschaften aus den Vorstandsetagen der Großbanken nicht abreißen. Welchem Anleger das Warten auf das dicke Ende zu gruselig ist, der kann sich die in Aktienabschwüngen beliebte Frage stellen: Wie wäre es denn jetzt mit Anleihen? Weil auch viele institutionelle Investoren so denken, haben die Rentenkurse in den vergangenen Monaten stark angezogen.

Grundsätzlich gehören Anleihen in jedes gut diversifizierte Depot. "Anleihen bieten eine wesentliche Sicherheitskomponente, die aufgrund geringer Volatilitäten für Stabilität im Portfolio sorgt", sagt Alexander Etterer, Leiter Assetmanagement bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Rödl & Partner. Doch wer in einen Rentenfonds investieren möchte, sollte sich für einen ETF entscheiden: "Neben den geringen Kosten wie dem entfallenden Ausgabeaufschlag und den geringen Managementgebühren spielt auch die Transparenz gerade in Zeiten der Subprime-Krise eine ganz wichtige Rolle", so Etterer. Aufgrund der einfachen Nachbildung eines Index weiß der Anleger zu jedem Zeitpunkt, worin er sein Geld investiert.

So hat Lyxor, eine Tochtergesellschaft der französischen Großbank Société Générale, jüngst sein Angebot um zwei auf neun Fonds aufgestockt: Der Lyxor ETF EuroMTS 15Y+ ist an einen Index der Firma EuroMTS gekoppelt, der die Kursentwicklung von 38 europäischen Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens 15 Jahren abbildet. Vor allem deutsche und italienische Papiere sind hier vertreten. Lyxor empfiehlt eine Anlagedauer von mindestens fünf Jahren - nachvollziehbar, denn trotz des jüngsten Anstiegs kommt der Index seit Mitte des Jahres 2005 nicht recht vom Fleck.

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Ähnlich sieht es bei dem zweiten Neuling aus dem Hause Lyxor aus, dem Lyxor ETF Covered Bond Aggregate. Wieder wird ein gleichnamiger Index von EuroMTS nachgebildet, diesmal mit Bezug auf Pfandbriefe europäischer Staaten mit Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren. Und wieder ging der steile Indexanstieg Mitte 2005 in eine unsichere Seitwärtsbewegung über.

Dass beide Indizes leicht schwächeln, deutet auf eines der Risiken des Investments in Renten-Fonds und auch in Renten-ETFs hin. Zwar investiert der Anleger in festverzinsliche Wertpapiere - was eine gewisse Sicherheit suggeriert, mit der die Anbieter auch gerne werben. Doch diese Zinsen werden wieder investiert. Das ist der Unterschied zu einer Direktanlage in Renten: Wer sich eine fünfjährige Staatsanleihe kauft, kann sie in den Tresor legen und bis zum Ende der Laufzeit halten. In dem Fall bekommt er mit Sicherheit sein eingesetztes Kapital plus Zinsen - vorausgesetzt, der Emittent ist nicht pleite gegangen. Diese absolute Sicherheit hat jedoch den Preis, das ihm eventuelle Kursanstiege seiner Anleihe entgehen.

Die Kurse spielen hingegen für Renten-Fonds und Renten-ETFs eine wichtige Rolle. Sie schlagen direkt auf die Fonds-Performance durch. Ein bedeutender Einflussfaktor auf die Kurse ist wiederum das aktuelle Zinsniveau, das im wesentlichen von den Zentralbanken beeinflusst wird. Erhöht die EZB die Zinsen, sinken die Kurse von bereits emittierten Anleihen, die auf Euro lauten - und damit auch der Index. Der Grund: Neu aufgelegte Anleihen sind jetzt im Vergleich zu bereits umlaufenden rentabler geworden.

Wer in einen Renten-ETFs investieren will, sollte sich deshalb des Zinsänderungsrisikos bewusst sein. Steigen die Zinsen, dauert es je nach Laufzeit der im Index enthaltenen Papiere, bis die rentableren Papiere in den Index umgeschichtet wurden. Bis dahin drohen Kursverluste. Im Gegenzug winken Kursgewinne bei fallenden Zinsen. Hier ist die Einschätzung des Anlegers über die zukünftige Zinsentwicklung gefragt. Bei kurzen Laufzeiten ist das Zinsänderungsrisiko und damit das Kursrisiko gering, bei langen Laufzeiten entsprechend hoch.

Wer sich da kein Urteil zutraut, kann aber immer noch auf Sicherheit spielen: "Insbesondere bei Privatanlegern, die sich mit einer eigenen Meinung zu den Rentenmärkten schwer tun, könnte ein ETF mit einer ausgewogenen Mischung deutscher Staatspapiere mit kurz-, mittel- und langfristigen Laufzeiten die richtige Wahl sein", sagt Vermögensexperte Etterer.

Während Lyxor allerdings nur ETFs mit europäischen Anleihen im Angebot hat, ist die Palette bei iShares besonders weit gefächert: Fast 20 Renten-ETFs wurden aufgelegt, darunter fünf Produkte auf die Rentenindexfamilien eb.rexx, die von der Deutschen Börse ermittelt wird. Sie beziehen sich auf deutsche Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten. Zinsen werden werden dabei berücksichtigt, aber in fast allen Fällen ausgeschüttet. Auch ein Index mit Anleihen gemischter Laufzeiten ist dabei.

Schon kleiner ist die Anleihen-Palette bei db x-trackers, dem ETF-Emittenten der Deutschen Bank. Neun der zehn angebotenen Fonds beziehen sich auf gemischte Anleihenkörbe aus verschiedenen Ländern der Eurozone, der zehnte investiert sogar weltweit - wer nur auf Deutschland setzen möchte, muss sich woanders umschauen.

Ausgewählte Renten-ETFs

Lyxor ETF EuroMTS 15Y+
Index-Performance 3 Monate: 2,61 Prozent WKN LYX0B4
Verwaltungsgebühr 0,165%

Lyxor ETF Covered Bond Aggregate
Index-Performance 3 Monate: 1,84 Prozent WKN LYX0B3
Verwaltungsgebühr 0,165%

iShares eb.rexx® Government Germany (DE)
Index-Performance Durchschnitt seit 2003: 3,89 Prozent
ISIN DE 000 628 946 5
Verwaltungsgebühr 0,15%

db x-trackers Iboxx ? Sovereigns ?-Zone TR-Index ETF
WKN DBX0AC
Verwaltungsgebühr 0,15%

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