ETF-Sparpläne
Kleine Raten, hohe Kosten

Direktbanken gehen in die Offensive und offerieren Sparpläne für börsengehandelte Indexfonds. Doch bei kleinen Sparraten verspielen Anleger die Kostenvorteile der Fonds. Eine Beispielrechnung zeigt, wie teuer die Mindestgebühr für den Kauf der Anteile wirklich ist.

Inzwischen hat es wohl jeder mitbekommen: Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss privat vorsorgen. Eines der Instrumente dazu sind Sparpläne, mit denen Anleger in bestimmten Abständen eine feste Rate in Wertpapiere ihrer Wahl investieren. Das können Aktien sein, normale Investmentfonds - oder immer öfter auch börsengehandelte Indexfonds ("Exchange Traded Funds", ETFs).

So nahm die Direktbank Comdirect Mitte Dezember 24 Indexfonds in ihr Sparplanangebot auf und lobt sich nun als "erste Direktbank in Deutschland, die ein derart umfassendes Sparplanangebot mit Indexfonds" offeriert. Die Fonds stammen von den drei größten ETF-Emittenten in Deutschland und bilden Indizes von Standardwerten, aber auch von Entwicklungsländern, Rohstoffen oder sogar Immobilien ab. "Im Dialog mit Kunden - etwa über unser Forum - waren ETF-Sparpläne immer wieder ein Thema. Unsere Kunden fragen danach", sagt Comdirect-Sprecher Tim Seifert.

Kein Wunder, denn Indexfonds haben unter Anlegern einen guten Ruf. ETFs sind ein passives Investment, ihr Wert orientiert sich an einem Börsenindex - zum Beispiel dem deutschen Dax oder dem Weltindex MSCI World. Der Anleger fährt garantiert die Marktperformance ein und spart hohe Verwaltungsgebühren, wie sie bei aktiv gemanagten Investmentfonds anfallen. Weil viele aktive Fonds trotz der Umschichtungen ihren Vergleichsindex nicht schlagen, sehen Anleger ETFs als günstige und sichere Alternative. Zudem werden ETFs wie Aktien über eine Börse erworben - die Ausgabeaufschläge der Kapitalanlagegesellschaften entfallen.

Der Vorteil eines Sparplans liegt darin, dass kleine fixe Beträge über einen größeren Zeitraum investiert werden. Damit werden viele Anteile bei sinkenden Kursen und wenige bei steigenden Kursen erworben. In der Rückschau macht sich das mit geringeren Durchschnittskosten pro Kauf bemerkbar ("Cost-Average-Effect").

Direktbanken und Online-Banken sind für ETF-Anleger wiederum interessant, weil mit ihnen in der Regel weniger Gebühren für den Einkauf der börsengehandelten Wertpapiere anfallen. Was liegt da auf den ersten Blick näher, als die Vorteile von Indexfonds und Sparplänen zu kombinieren - und das alles bei einer Direktbank?

Einige Banken haben dieses Potenzial schon früh erkannt: So offeriert die DAB Bank bereits seit 2001 Sparpläne mit Indexfonds. "Sobald iShares - damals noch unter dem Namen Indexchange - seine ETFs als erster Emittent in Deutschland anbot, haben wir auch ein Angebot mit ETF-Sparplänen gemacht", sagt Jürgen Eikenbusch von der DAB Bank. Fast acht Prozent der abgeschlossenen Sparpläne beziehen sich inzwischen auf Indexfonds. 17 ETFs in den Kategorien Aktien-, Renten- und Dividendenindizes haben die Münchener im Sparplanangebot, alle von dem Emittenten iShares. Die Produktpalette soll demnächst weiter ausgebaut werden.

Der Online-Broker Cortal Consors will nachziehen und plant eine Offensive: Im Laufe des ersten Quartals 2008 sollen mindestens 20 sparplanfähige Indexfonds angeboten werden. Bisher war es nur ein einziger. Maxblue, der Online-Broker der Deutschen Bank, bietet immerhin bereits fünf Indexfonds für Sparpläne an. Alle stammen aus dem Hause db x-trackers, der ETF-Tochter der Frankfurter. Allein die ING Diba lehnt es kategorisch ab, ETF-Sparpläne aufzulegen. Sie verweist darauf, dass ein Sparplan mit Indexfonds häufig kostspieliger ist als eine Einmalanlage.

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