ETF unter der Lupe
Hedge-Fonds im ETF-Mantel

Hedge-Fonds haben schon des Öfteren für Aufsehen gesorgt. Entweder durch spektakuläre Aktionen, oder durch hohe Renditen. Nun ist der erste ETF auf einen Hedge-Fonds-Index da. Doch Vorsicht: Hinter der ETF-Fassade steckt ein kompliziertes Gebilde.

Hedge-Fonds umgibt schon fast etwas Mystisches. Dafür haben ihre Manager in der Vergangenheit gesorgt. Wie beim Beinahme-Zusammenbruch des Hedge-Fonds LTCM 1998 aufgrund von Fehlspekulationen - trotz Beratung durch zwei Nobelreisträger. Oder bei der Deutschen Börse, die auf Druck des Hedge-Fonds TCI die Übernahme der London Stock Exchange absagen musste. Danach zwang TCI Vorstandschef Werner Seifert, seinen Hut nehmen musste. Das hat dazu geführt, dass die politische Diskussion um Hegde-Fonds recht einseitig verläuft.

Die Verwerfungen im Zuge der Finanzmarktkrise haben nun endgültig dazu geführt, dass die Politik die Hedge-Fonds-Branche stärker regulieren möchte. Was dabei übersehen wird ist, dass die Fonds ihren Anlegern durch ihre Strategien auch in schwierigen Zeiten positive Renditen bescherten und Depotwerte durch die Beimischung von Hedge-Fonds stabilisiert werden konnten. Das darf natürlich nicht über die mangelnde Transparenz und die Risiken eines Hedge-Fonds-Investments hinwegtäuschen.

Nach Jahren mit stetigem Wachstum kommt es zur längst überfälligen Bereinigung am Markt. Denn in den Boomjahren kamen unzählige Fonds mit unerfahrenen Managern auf den Markt, deren Strategien sich gegenseitig kannibalisierten. Wie die Hedge-Fonds nach der geplanten Regulierung agieren dürfen, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass es sich auch dann noch um komplexe Anlageprodukte handeln wird.

Das zeigt schon der Vergleich zu herkömmlichen Fonds. Hedge-Fonds-Manager dürfen eine ganze Reihe verschiedener Strategien mit unterschiedlichem Risikogehalt nutzen, die anderen Fondsmanagern so nicht zur Verfügung stehen. Das geht von einfachen Arbitrage- Geschäften, bei denen Kursunterschiede derselben Aktien an verschiedenen Börsen ausgenutzt werden, bis hin zu computerbasierten Future- Strategien. Des Weiteren dürfen sie Leerverkäufe tätigen. Dazu leihen sie sich Wertpapiere von Versicherungen, die sie am Markt verkaufen und zu einem späteren Zeitpunkt zurückkaufen, um sie dem Verleiher zurückzugeben. Die Spekulation geht auf, wenn in der Zwischenzeit die Kurse fallen. Erlaubt ist, was Ertrag bringt.

Umdie Rendite zu steigern, verwenden Hedge-Fonds nicht nur das eingesammelte Kapital der Anleger, sondern nehmen zusätzlich Kredite auf, um zu spekulieren. Da nur wenige Informationen über die eingegangenen Geschäfte bekannt werden, ähneln die einzelnen Fonds für viele Anleger eher einer Black-Box statt einem transparenten Investment. Dazu kommt, dass die Anteile von Hedge- Fonds oftmals nicht täglich gehandelt werden können, sondern Anleger eine mehrwöchige Kündigungsfrist einhalten müssen, um ihr Geld zurückzubekommen.

Diese drei Eigenschaften - Komplexidität, Intransparenz und fehlende Liquidität - passen eigentlich gar nicht zu den werblich hervorgehobenen Prinzipien der Exchange Traded Funds, "Einfach", "Transparent" und "Flexibel". Trotzdem hat die ETF-Sparte der Deutschen Bank, DB x-trackers, Ende letzten Jahres mit dem DB x-Trackers DB Hedge-Fund Index-ETF einen entsprechenden Indexfonds aufgelegt, der seit dem 11. März an der Frankfurter Börse gehandelt werden kann.

Während sich Exchange Traded Funds im Normalfall auf einen Index mit einer festen Anzahl an Wertpapieren beziehen, ist die Konstruktion des DB x-Trackers- Produkts komplizierter. Der Fonds basiert auf dem hauseigenen DB Hedge-Fund-Index, der sich aus fünf verschiedenen Teilindizes zusammensetzt. Diese Unterindizes (THF = Tactical Hedge Fund) werden aus mindestens fünf Hedge-Fonds gebildet und unterscheiden sich in der verfolgten Anlagestrategie. Hinter dem dbx- THF Equity Hedge Index stecken Hedge-Fonds, die eine klassische Long-/Short-Strategie anwenden. Das bedeutet, dass eine Aktie, bei der Kurssteigerungen erwartet werden, gekauft wird.

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