ETF vs. passive Spezialfonds
Indexprodukte: "Kosten sind deutlich niedriger"

Institutionelle Anleger können mit Indexprodukten kostengünstig anlegen, sagt Holger Benke, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Dabei lägen die Kosten der ETFs deutlich über denen passiver Spezialfonds.

Warum beziehen Sie auch Indexprodukte in Ihre Anlagestrategie ein?

Die aktiven Fondsverwalter schaffen es in der Regel nicht, die Indizes großer Aktienmärkte langfristig zu schlagen. Die etablierten Märkte sind sehr effizient. Alles, was man über die großen Unternehmen weiß, ist bereits in den Kursen - und damit auch im Indexstand - enthalten.

Welche konkreten Vorteile sehen sie in indexbasierten Anlageprodukten?

Die Kosten sind deutlich niedriger als beim aktiven Mandat. Zudem entfällt das Risiko, dass der Verwalter das Indexergebnis verfehlt.

Welche Kosten müssen institutionelle Investoren kalkulieren?

Bei einem passiven Spezialfonds ist die Managementvergütung heutzutage sehr gering. Falls noch Kosten für eine Depotbank hinzukommen, beträgt die Gesamtkostenquote vielleicht 0,10 Prozent.

Was geschieht mit den Erträgen aus der Wertpapierleihe?

Bei einem kleinen Spezialfonds klappt die Wertpapierleihe nicht so gut, wie man sich das in der Theorie oft vorstellt. Sie lohnt sich nach meiner Erfahrung erst ab einem Fondsvolumen von mehreren 100 Millionen Euro so richtig.

Was halten Sie von den Exchange Traded Funds (ETFs)?

Die Kosten der ETFs liegen deutlich über denen passiver Spezialfonds. Daher sind sie eher etwas für kleinere Vermögen, die nicht auf die Mindestgröße von etwa 30 bis 40 Millionen Euro für passive Segmente in einem Spezialfonds kommen.

Was müssen institutionelle Investoren bei einer Umstellung ihrer Anlagestrategie auf Indexfonds beachten?

Schwierig ist eigentlich nur die Entscheidung, sich vom aktiven Management in den etablierten Märkten zu trennen. Das bedeutet ja, sich selbst einzugestehen, dass man auf lange Sicht nicht besser ist als der Durchschnitt. Und die verantwortlichen Gremien müssen eine solche Umstellung natürlich mittragen.

Was halten Sie von den Enhanced-Index-Ansätzen?

Das ist nur ein verkapptes aktives Management. Wir haben es drei Jahre lang probiert und dann wieder sein gelassen. Letztlich kam dabei nur das Indexergebnis heraus.

Setzen Sie überhaupt noch auf aktives Management?

Ja, aber nur abseits etablierter Märkte. Wir haben ein aktiv gemanagtes Mandat für europäische Small und Mid Caps vergeben, mit dem wir sehr zufrieden sind, und wir decken asiatische Aktien über Publikumsfonds ab.

Die Fragen stellte Ulrich Buchholtz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%