Erfolgreich anlegen mit ETFs

Anlagekonzepte
Auf der Überholspur

Der amerikanische Markt für börsengehandelte Indexfonds ist deutlich größer als sein europäisches Pendant. Europa holt aber auf - und emanzipiert sich immer stärker von den USA.
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KölnBörsengehandelte Indexfonds (ETFs) gelten als besonders transparent. Umso größer erstaunte es, als die Investmentgesellschaft Eaton Vance Anfang des Jahres einen neuen ETF auf den US-Markt brachte, dessen Konstruktion dem Transparenzanspruch herkömmlicher Indexfonds zuwiderläuft. Der neue legt im Gegensatz zu anderen ETFs nicht täglich offen, welche Wertpapiere sich in seinem Portfolio befinden, sondern nur einmal im Monat. ETF-Anbieter diskutieren jetzt darüber, die Zusammensetzung ihrer Fonds sogar nur einmal pro Quartal zu veröffentlichen.

Wer wissen will, in welche Richtung sich der europäische ETF-Markt entwickelt, muss in die USA schauen. Was dort passiert, macht in Europa oft Schule. Der US-Markt für ETFs ist in gewisser Weise der Vater dieser Anlagekategorie. Erste Indexfonds wurden dort bereits in den 1970er-Jahren aufgelegt. Bis sie nach Europa kamen, dauerte es bis zur Jahrtausendwende. Auch heute gibt die ETF-Industrie in den USA den Takt vor. Das könnte sich allerdings ändern. Europa emanzipiert sich zunehmend.

Noch wächst der ETF-Markt in den USA schneller als in Europa. Vergangenes Jahr flossen Indexfonds weltweit 355 Milliarden Euro zu, wie Zahlen des ETF-Anbieters Lyxor zeigen. Davon investierten Anleger 215 Milliarden in den USA und 72 Milliarden Euro in Europa. In den nächsten Jahren könnte der Trend drehen, wie eine Umfrage des Beraters PwC unter ETF-Managern ergibt. Danach rechnen US-Manager damit, dass das Volumen des amerikanischen Indexfondsmarktes bis 2021 um 181 Prozent auf 2,1 Billionen Dollar zulegen wird. Europäische Manager rechnen für ihren Markt mit einem deutlich stärkeren prozentualen Wachstum. Sie erwarten, dass das verwaltete Vermögen in europäischen Indexfonds von 460 Milliarden auf 1,6 Billionen Dollar bis 2021 steigen wird.

Wachstumstreiber Kosten

Je nach Region sehen Manager unterschiedliche Wachstumstreiber, wie die PwC-Studie zeigt. In den USA verspricht sich die ETF-Industrie vor allem Rückenwind von neuen Vertriebsplattformen. In Europa hoffen Anbieter, dass sinkende Kosten und wachsendes ETF-Wissen bei Anlegern für Zuflüsse sorgen werden. Für US-Manager sind diese beiden Faktoren weniger wichtig. Auch der Preiskampf ist in den USA deutlich härter. "Es vergeht kaum ein Monat, ohne dass ein ETF-Anbieter die Kosten für mindestens eines seiner Produkte senkt", berichtet ein Experte. Auch hier holt Europa auf. Die Kosten vieler Indexfonds sind in den vergangenen Jahren gefallen. Das lag auch an neuen Wettbewerbern.

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Wer in Europa den Markt beherrscht

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