Erfolgreich anlegen mit ETFs

Indexfonds
Anlegen nach dem Lego-Prinzip

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Indexfonds sammeln rasant Geld ein

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin ist den Schummlern auf der Spur. Es geht um Aktienfonds mit hohen Gebühren. Die Bafin hat in diesem Jahr Daten bei den hiesigen Fondsanbietern eingesammelt und überprüft sie. Der Gebührenunterschied zwischen beiden Anlageansätzen ist groß. Aktive Aktienfonds verlangen oft bis zu zwei Prozent Jahresgebühr. Passive Angebote wie börsengehandelte Indexfonds erreichen im Schnitt ein Viertel dessen. Angebote für populäre Messlatten wie Dax oder Euro Stoxx 50 sind deutlich preiswerter.

Die europäische Wertpapieraufsicht Esma hegt schon seit einiger Zeit den Verdacht, dass manche Fonds mogeln. Die Fondsratingagentur Morningstar schlägt in gleiche Kerbe. Sie wertete fast 500 europäische Aktienfonds aus. Danach ist unter den Managern, die einen aktiven Investmentansatz versprechen, jeder Fünfte ein verkappter Index-Folger. Für Analyst Matias Möttölä sind Titel suspekt, die sich sehr stark am Index orientieren: „In Verbindung mit den hohen Gebühren ist so ein Fonds selten eine gute Wahl.“

Der Erfolg „echter“ aktiver Manager könnte demnach unterschätzt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen legen das ebenfalls nahe. Finanzprofessor Antti Petajisto von der New Yorker Universität legte eine Langfristanalyse für US-Aktienfonds vor. Er sortierte die verkappten Indexprodukte aus. Sein Ergebnis: Die Fonds mit den größten Indexabweichungen konnten durchschnittlich jährlich über einen Prozentpunkt mehr Ertrag abliefern als die Messlatte. Solche Ergebnisse relativieren den holzschnittartig errechneten statistischen Misserfolg der aktiven Manager wie in der Kalkulation von S&P.

In der Praxis haben Investoren ihre eigene Antwort auf die investmentphilosophische Frage gefunden. Manche bauen ihre Depots trennschärfer zusammen und sortieren die Mogelpackungen aus. Sie wählen für bestimmte Anlagen echte aktive Manager, denen sie einen Mehrertrag zutrauen. In anderen Bereichen wählen sie dagegen gezielt Indexprodukte, auch wegen ihrer Kostenvorteile. „Diese Kostenvorteile sind in der Welt ohne Zinsen und mit der Erwartung künftig geringerer Wertpapiererträge noch wichtiger geworden“, sagt Jan Altmann, Gründer der Beratungsgesellschaft 4assetmanagement.

Im Vergleich der beiden Welten haben die passiven Anlagen den größten Zulauf. Das ist am rasanten Wachstum der börsengehandelten Indexfonds ablesbar. Diese „Exchange Traded Funds“, kurz ETFs, sammelten allein in Europa seit ihrem Start Anfang des Jahrtausends 480 Milliarden Euro ein. Noch kaufen vor allem institutionelle Großinvestoren wie Pensionskassen und Versicherungen. Branchenexperten erwarten künftig eine größere Beteiligung von Privatanlegern. Auch der technologische Fortschritt spielt den ETFs in die Hände. Mit ihnen als Bausteinen lassen sich Depots einfach zusammenstellen und als Vermögensverwaltung Online anbieten. Es ist ein Lego-Prinzip der modernen Art.

Auch dieser Trend zeigt: Es gibt keine simple Entscheidung zwischen aktiv und passiv im Sinne eines „entweder oder“. Auch wer passive Bausteine einsetzt, muss diese sinnvoll kombinieren. Das kann beispielsweise ein spezieller Mix aus ETFs für Aktien- und Anleihe-Messlatten sein. Diese Entscheidung ist eine aktive. Ähnlich sieht es Werner Krämer, Analysechef bei Lazard Asset Management in Deutschland: „Die Zukunft liegt in einer optimierten Mischung passiver Kerninvestments und wirklich sehr aktiver Fonds, die sich weit von den Index-Messlatten entfernen.“

Auch Star-Investor Buffett liebt trotz der Empfehlung für seine Frau aktive Entscheidungen. Als Chef von Berkshire Hathaway sucht er sich seine Firmenbeteiligungen sehr gezielt aus.

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  •  Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  •  Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

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