ETFs und aktive Fonds
„Viele Anleger wähnen sich in falscher Sicherheit“

Viele Anleger investieren große Summen in ETFs und wähnen sich in falscher Sicherheit. Thomas Uhlmann, Geschäftsführer bei Avana spricht im Interview über die Risiken der passiven Investments, versteckte Kosten und gewaltige Qualitätsunterschiede des Managements.
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Herr Uhlmann, viele Anleger investieren aktuell in Exchange Traded Funds (ETFs). Warum eigentlich?

ETFs bieten den Anlegern zahlreiche Vorteile. Dazu zählen etwa niedrige Kosten und gute Liquidität. Man kann an der Entwicklung an den Märkten profitieren, ohne große Gebühren für Vertrieb oder Fondsmanagement zu bezahlen. Die meisten aktiv gemanagten Aktienfonds schlagen nicht ihren Referenzindex. Allerdings: Anleger unterschätzen häufig die Risiken eines passiven Investments per ETF.

Welche Risiken stecken in der Produktgruppe?

Die zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, das "Kaufen und im Depot Liegenlassen" nicht mehr funktioniert. Das gilt auch für ETFs. Ein striktes Risikomanagement ist unerlässlich. Die wenigsten Privatanleger sind sich bewusst, dass die möglichen Verlustrisiken bei einem ETF auf Aktien auch dem Verlustrisiko von Aktien entsprechen

Wie lassen sich Enttäuschungen vermeiden?

Investoren können etwa einen Blick auf die maximalen Verluste in der Vergangenheit werfen. Der Stoxx 600-Index verzeichnete in den vergangenen 15 Jahren etwa einen maximalen Verlust von 58 Prozent vom Höchststand bis zum Tiefststand. Wenn ein Papier an der Börse 50 Prozent verliert, muss die Rendite in der folgenden Zeit bei hundert Prozent liegen, damit die Verluste aufgeholt werden können. Nicht allen Inhaber eines entsprechenden Fonds wissen das.

Viele Anleger kaufen mehrere ETFs, um durch eine Aufteilung in verschiedene Anlageklasse das Verlustrisiko zu streuen.

Eine Risikoverteilung a la Markowitz ist durchaus empfehlenswert. Aber die Finanzkrise hat gezeigt, dass selbst Depots mit einem Rentenanteil von 70 Prozent wegen der hohen Verluste bei den Aktien ins Minus rutschten. Zudem hat die aktuelle Staatsschuldenkrise deutlich gemacht, dass man auch mit einem reinen Anleiheninvestment nicht mehr zwangsläufig auf der sicheren Seite ist. Auch aktuell wähnen sich viele Kunden in falscher Sicherheit.

Inwiefern?

Beispielsweise gibt es Anleger, die ETFs auf dividendenstarke Titel kaufen und sich damit in Sicherheit wähnen. Zwar bietet etwa der Euro Stoxx Select Dividend 30 derzeit eine interessante Überrendite gegenüber Bundesanleihen. Doch die Komplexität solcher Strategien darf nicht unterschätzt werden. So kann beispielsweise ein Klumpenrisiko entstehen, wenn die Dividendenstrategie zu einem Übergewicht in bestimmten Branchen führt. Vor der Finanzkrise waren das vor allem die Branchen Banken und Versicherungen. Wer ein entsprechendes Produkt hatte, musste gerade in 2008 weit überdurchschnittliche Verluste hinnehmen.

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  • Deren Einfluss auf die Wertentwicklung eines ETFs ist nicht unerheblich. Unser Research hat die Kursentwicklung von sechs ETFs unterschiedlicher Anbieter auf den Dax im Zeitraum vom 14.10.2008 bis zum 05.11.2010 untersucht. Das beste Produkt übertraf die Kursentwicklung des Leitindex um gut 0,5 Prozent. Das schlechteste lag 1,2 Prozent schlechter als der Dax. ETF ist also nicht gleich ETF.

    Um wenigstens etwas info in den Artikel zu bringen, hätte man ja mal die ETFs nennen können. Aber das wäre ja zu viel verlangt von einem Werbegeschreibsel...

  • Herr Uhlmann, das müssen Sie ja so sehen. Anders können Sie das ja nicht darstellen. Der informationsgehalt dieses Artikels ist ungefähr so, als würde man eine Kuh zum Thema "warum ich Schlachhöfe so liebe" interviewt.....

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