EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy glaubt an Selbstregulierungskraft der Märkte
Hedge-Fonds: EU gegen Regulierung

Die EU-Kommission erteilt der Forderung des deutschen Bundeskanzlers und der SPD nach einer stärkeren Regulierung von Hedge-Fonds eine deutliche Absage. „Ich bin sehr zögerlich, weil eine Überregulierung schädlichen Einfluss haben könnte“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy dem Handelsblatt.

sce BRÜSSEL.Man müsse sich die Frage stellen, ob von Hedge-Fonds wirklich eine Gefahr für die Kapitalmärkte ausgeht. „Ich gehöre nicht zu denen, die dieses Anlageinstrument kritisieren“, so McCreevy. Hedge-Fonds spielten als Investmentform „eine sehr wichtige Rolle“. Er glaube an die „Selbstregulierungskraft der Märkte“. Mögliche Fehlentwicklungen würden von den Märkten selbst korrigiert. Kanzler Schröder hatte sich mehrfach für mehr Transparenz auf dem Hedge-Fonds-Markt ausgesprochen.

McCreevy ließ gestern erkennen, dass er lediglich zu kleineren Eingriffen in den Markt der europäischen Fondsindustrie bereit ist. Dazu legte der aus Irland stammende Kommissar in Brüssel ein Grünbuch zur kollektiven Vermögensverwaltung vor. Zwar will McCreevy den aus dem Jahr 1985 stammenden Rechtsrahmen für das Asset-Management (Ucits-Richtlinie) modernisieren. Dazu sollen sich jetzt die Marktteilnehmer äußern. Klar sei aber schon jetzt, dass es keine grundlegenden Änderungen geben werde.

Auf dem Investmentfondsmarkt werden nach Angaben der Kommission in der EU derzeit 5 Mrd. Euro verwaltet. 70 Prozent der Fondswerte stellen laut McCreevy so genannte OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) dar. Bei der möglichen Änderung der Rechtsvorschriften gilt als eine der Prioritäten, die grenzüberschreitende Zulassung von Fondsprodukten zu vereinfachen.

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