EU-Finanzmarktdirektive Mifid
Ein Schritt zu transparenten Gebühren

Die EU will einen besseren Durchblick bei Anlageprodukten: Seit Anfang November gilt die EU-Finanzmarktdirektive Mifid. Sie soll mehr Anlegerschutz durchsetzen, vor allem bei der Beratungsqualität und durch Gebührentransparenz. Das ist bisher nur zum Teil gelungen.

FRANKFURT. Die Banken haben inzwischen ihre Mifid-Informationen an die Kunden verschickt. „Aber jeder sollte bei konkreten Geschäften sowohl nach den Provisionen für die Berater fragen als auch nach den Gebühren allgemein“, empfiehlt Thomas Bieler, Leiter des Bereichs Finanzdienstleistung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Wenn die Bank mauert, ist er bei der falschen Bank.“

In die Richtlinie einbezogen sind vor allem Investmentfonds und jene Zertifikate, die nicht innerhalb des eigenen Konzerns vertrieben werden. Zu den Kernforderungen zählen Regeln für best mögliche Orderausführungen und Angaben über Zuwendungen, die der Berater von der Fondsgesellschaft bzw. der Emissionsbank erhält. Das soll Aufschluss über mögliche Interessenkonflikte geben, in denen sich der Berater befindet. Angetrieben wurde die Initiative maßgeblich von dem EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Charles McCreevy.

Nach Ansicht von Experten ist es aber noch zu früh für ein Urteil über die Qualität der Mifid-Umsetzung durch Banken und Wertpapier-Dienstleister. „Diese Prüfung werden die Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfungen vornehmen“, sagt Torsten Fett, Experte für Kapitalmarkt- und Bankaufsichtsrecht bei der Anwaltskanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz.

Ein genauer Blick auf Gebühren und Steuern ist angesichts der drängenden Zwänge zur Altersvorsorge nötiger denn je. Wie sehr diese Kostenposten am Anlageergebnis zehren, hat Honorarberater Peter Binz vorgerechnet. Er gehört zu der noch kleinen Gruppe von Finanzberatern, die ein Beratungshonorar plus eine geringe laufende Gebühr berechnen. Die Banken verdienen hingegen traditionell durch hohe Verkaufsprovisionen wie einen fünfprozentigen Ausgabeaufschlag bei Aktienfonds. „Bei typischen Fonds-Sparplänen schlägt ab 2009 zwar auch die Abgeltungsteuer zu Buche, doch am stärksten belasten die Kaufgebühren und jährlichen Fondsgebühren, jene Beträge, die dann in der Folge bei der Kapitalbildung fehlen“, sagt Binz.

In einer Beispielrechnung unterstellt der Berater eine monatliche Sparrate von 300 Euro, die über drei Jahrzehnte in Fondsprodukte und Fonds-Policen fließt. Theoretisch würden bei einem Marktzins von acht Prozent über 425 000 Euro erspart. Davon wären jedoch bei Dachfonds über 213 000 Euro an Anlagekosten und Steuern abzuziehen, auch bei einer steuerlich begünstigten Fonds-Police auf Basis preiswerter Indexfonds noch 165 000 Euro.

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