EU-Richtlinie
Fondsgeschäft vor grundlegendem Wandel

Provisionen werden transparenter, der Vertrieb bekommt wesentlich strengere Vorschriften – alles Auswirkungen einer neuen EU-Richtlinie. Pflichten werden vermutlich größtenteils auf freie Finanzberater abgewälzt.

HB KIEL-FRIEDRICHSORT. Der Vertrieb und die Beratung bei Investmentfonds stehen in Deutschland vor herausragenden Veränderungen. Ursache ist die so genannte Markets in Financial Instruments Directive ( Mifid-Richtlinie) der Europäischen Union. Sie wurde 2004 vom Europäischen Parlament verabschiedet und ist ein Eckpfeiler von insgesamt 42 Maßnahmen zum Brüsseler Financial Services Action Plan von 1999.

Die Direktive ersetzt die derzeit gültige Wertpapierdienstleistungsrichtlinie und sorgt für die weitere Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte sowie für eine Ausweitung des Anlegerschutzes. Nach dem Zeitplan soll die Novellierung bis März kommenden Jahres in nationales Recht umgesetzt sein und ab November 2007 zur Anwendung kommen. Wer danach hierzulande eine Wertpapierdienstleistung oder Anlagetätigkeit erbringt, unterliegt einer staatlichen Banken- oder Wertpapieraufsicht.

Von der Mifid betroffen sind alle Vertriebsbereiche im Wertpapierdienstleistungsgeschäft - neben den beratenden Banken und Vermögensverwaltern auch freie und gebundene Vermittler mit einer so genannten Zulassung nach Paragraph 34c Gewerbeordnung. Zwar werden diese auch in Zukunft die rein produktbezogene Beratung im Vertrieb und Verkauf von Investmentfonds aufsichtsfrei erbringen können. Der Spielraum zum aufsichtspflichtigen Geschäft wird bei einer vom Marktumfeld erzwungenen ganzheitlichen Betreuung jedoch immer enger.

Während eine allgemeine Empfehlung zu bestimmten Märkten oder Anlageklassen keine aufsichtspflichtige Anlageberatung darstellt, unterliegt die persönliche Empfehlung zum Kauf eines bestimmten Finanzinstruments bereits der Mifid. Ferner verlangt die neue Richtlinie, dass auch Bestandsprovisionen gegenüber dem Kunden offen gelegt werden. Eine Erhebung ist in Zukunft nur noch zulässig, wenn sie die Qualität der Dienstleistung gegenüber dem Kunden verbessert. Dies führt dazu, dass auch die Provisionsstrukturen transparenter werden und mit der Beratungsleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen müssen.

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