Euro-Anleihen
Manager von Rentenfonds raten zur Vorsicht

Die jüngsten Kursverluste an den europäischen Rentenmärkten gingen auch an Fonds nicht vorbei, die einen Teil ihres Portfolios in Osteuropa investieren.

HAMBURG. Beispiel Deka Europa Bond TF: Der knapp 4,1 Mrd. Euro schwere Fonds verlor allein im März 2,32 Prozent an Wert und rutschte dadurch im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten Angebote seiner Kategorie auf den vierten Rang ab (siehe Tabelle).

"Obwohl sich die Rentenmärkte in Osteuropa wegen der geringen Inflationsraten sehr robust zeigten, gab es auf der Währungsseite Verluste", erläutert Deka-Manager Wolfgang Zecha. Sowohl der polnische Zloty als auch der ungarische Forint büßten gegenüber dem Euro vier Prozent ein. Zumindest in Polen kam es im April allerdings bereits wieder zu einer Erholung, die Zecha mit den fundamental günstigen Rahmenbedingungen begründet. Ungarn gegenüber bleibt der Deka-Manager jedoch angesichts der nach wie vor zu hohen Defizite in Budget und Leistungsbilanz weiter skeptisch.

In der Regel sind Osteuropa-Anleihen im Portfolio des Deka Europa Bond TF zu 20 Prozent gewichtet, jeweils 40 Prozent stecken in Euro-Anleihen sowie in Papieren in westeuropäischen Währungen - wie das britische Pfund oder die schwedische Krone. Insgesamt beurteilt Zecha die europäischen Rentenmärkte auch in den kommenden Monaten als schwierig, eine Trendwende zu wieder sinkenden Zinsen sei nicht in Sicht. "Da es in den vergangenen Monaten rapide nach oben ging, könnte es kurzfristig zu einer Gegenbewegung kommen", so der Deka-Manager. Bis zum Jahresende dürfte sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen nach Höchstständen im Herbst seiner Meinung nach bei etwa 4,0 Prozent einpendeln.

Ganz ähnlich beurteilt Andreas Bockberger die Lage. Der Manager der österreichischen Raiffeisen KAG betreut zusammen mit seinem Kollegen Gabriel Panzenböck den Raiffeisen Euro Plus-Rent und erwartet für zehnjährige Anleihen Renditen von 3,80 und 4,10 Prozent. "Eine Vier vor dem Komma wäre schon recht verlockend", so Bockberger auf die Frage, wann er einen Wiedereinstieg für aussichtsreich hält.

Den Rückstand zum Deka Euro Bond TF im Zwölf-Monats- und Drei-Jahres-Bereich begründet der Raiffeisen-Manager damit, dass er bis Anfang Januar maximal zehn Prozent des Portfolios in Osteuropa investieren durfte. Nach einer Änderung der Anlagebedingungen sind es jetzt bis zu 15 Prozent.

Auch wenn das Raiffeisen-Duo die neuen Möglichkeiten mit einer aktuellen Quote von rund sieben Prozent nicht ausschöpft, hält Bockberger speziell polnische Anleihen mittelfristig für "sehr attraktiv".

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