Euro-Anleihen
Rentenfondsmanager bleiben in der Defensive

Auf den ersten Blick scheinen sich die Rentenfonds Starcapital Bondvalue UI und Starcap Argos kaum voneinander zu unterscheiden. Dennoch liegt der Starcapital Bondvalue UI im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich auf Rang eins, während der Starcap Argos nur auf Rang acht landet. Die Unterschiede sind dabei durchaus systembedingt.

HAMBURG. Starcapital Bondvalue UI und Starcap Argos sind beide global ausgerichtet, werden vom Oberurseler Vermögensverwalter Peter E. Huber gemanagt und investieren jeweils 84 Prozent des Volumens überwiegend in Euro-Anleihen. Den Rest hat Huber unter anderem auf norwegische Kronen, neuseeländische Dollar und polnische Zloty verteilt.

Dennoch liegt der Starcapital Bondvalue UI im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich mit einem Wertzuwachs von 6,85 Prozent auf Rang eins, während der Starcap Argos mit 3,93 Prozent nur auf Rang acht landet. "Der Starcapital Bondvalue UI ist stärker in Wandelanleihen investiert", erläutert Huber. Konkret liegt das Verhältnis bei 14 zu vier Prozent. Zudem sei beim Spitzenreiter der Anteil an Hochzinswährungen und Unternehmensanleihen in den vergangenen zwölf Monaten deutlich höher gewesen. Die Unterschiede sind dabei durchaus systembedingt. Huber: "Der Starcap Bondvalue UI ist die spekulativere Variante zum Starcap Argos, mit einem höheren Risiko und einer höheren Volatilität." Aufgrund der allgemeinen Marktlage habe er dieses Element im Starcapital Bondvalue UI allerdings vorübergehend zurückgefahren.

Am momentanen Gleichlauf dürfte sich so schnell nichts ändern, denn Hubers Ausblick für die globalen Rentenmärkte fällt eher verhalten aus. "Die Zinskurven werden steiler; wir werden deutlich höhere langfristige Zinsen bekommen", sagt er. Die mögliche Auflösung sogenannter Carry Trades, mit denen Großanleger Geld in niedrig verzinsten Währungen borgen und höher verzinslich anlegen, könne zudem zu Kursverlusten bei Hochzinswährungen führen.

Hanns Grad, Geschäftsführer der Luxemburger Nobis Asset Management, schätzt die Zinsentwicklung hingegen anders ein. Der Berater des von der HSH Nordbank angebotenen Lilux Rent rechnet mit einem unverändertem Zinsniveau im Euro-Raum. Grad: "Die nach unserer Meinung teilweise ungerechtfertigten Ausweitungen der Renditeabstände bei einigen Emittenten werden wir für den Fonds nutzen." Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 6,25 Prozent belegt der Lilux Rent aktuell Rang drei. Auch Grad hat in den vergangenen zwölf Monaten von der Investition in Wandelanleihen profitiert, und ähnlich wie Huber setzt er gegenwärtig überwiegend auf Euro-Anleihen. Aktuell machen sie 68 Prozent seines Portfolios aus. Sollte der bereits kräftig gefallene Dollar in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter absacken, will Grad diese Position allerdings erhöhen. "Mittelfristig glauben wir an eine Erholung der amerikanischen Währung", bekräftigt er.

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