Eurokrise
Chinas Staatsfonds zweifelt an Europa

Der Chef des Fonds CIC befürchtet ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Wegen der immer angespannteren Finanzlage der Mitgliedstaaten, hat Peking sein Engagement im europäischen Währungsraum bereits reduziert.
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PekingDie anhaltende Schuldenkrise hat das Vertrauen des chinesischen Staatsfonds CIC in Europa erschüttert. Der Fonds mit einem Vermögen von 410 Milliarden Dollar fürchtet, dass die Währungsunion auseinanderbricht. "Wir finden derzeit, dass es zu viel Risiko an Europas öffentlichen Märkten gibt", sagte CIC-Chef Lou Jiwei dem "Wall Street Journal" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview.

Die Gefahr eines Auseinanderbrechens steige. Europa ist für die Volksrepublik der größte Exportmarkt. Es ist das erste Mal, dass ein hochrangiger Vertreter der Regierung in Peking den teilweisen Rückzug aus Europa öffentlich macht. Angesichts der schwerwiegenden Probleme in Spanien und Griechenland droht die Euro-Zone immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten.

Welche Summe der Staatsfonds aus Europa abgezogen hat und in welchen Bereichen, ist unbekannt. Lou betonte, dass sein Land über direkte Beteiligungen und Privatinvestitionen weiter in Europa anlege. In der Vergangenheit hat Peking versucht, die europäischen Bemühungen zur Lösung der Schuldenkrise zu unterstützen.

Allerdings ließ die Volksrepublik bisher offen, ob sie einen europäischen Rettungsschirm mit eigenen Geldern stützt oder ob sie Euro-Bonds - sofern sie aufgelegt würden - kaufen würde. Vor allem letzteres scheint in weite Ferne gerückt. Laut Lou ist dabei das Risiko zu hoch und die Einnahmen zu gering.

China hält mit 3,3 Billionen Dollar die größten ausländischen Devisenreserven der Welt. Allein deswegen schielen viele schuldengeplagte Länder und Firmen ins Reich der Mitte und hoffen auf finanzielle Hilfe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurokrise: Chinas Staatsfonds zweifelt an Europa"

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  • @ Demokrat,
    "Wer sollte denn sonst "Made in China" kaufen...?"
    Der Rest der Welt, vor allem die Emergings.
    Wir haben auf unseren Wohlstand keinen Bestandsschutz!
    An die deutsch-nationale und Frau Merkel weitersagen.

  • ...die Chinesen werden Europa helfen, ganz sicher... Den Zeitpunkt allerdings werden die Jungs selbst bestimmen. Wer kauft denn bei fallenden Kursen...? ;-) Erst wenn der Boden in Sicht ist, wird zu deren Konditionen Unterstützung erfolgen. Wer sollte denn sonst "Made in China" kaufen...?

  • Nicht übertrieben doof, aber doof und überfordert - wie alle Mächtigen. Und wenn der Plan einer geheimen Elite hinter allem steckt zur Erringung der Weltherrschaft, dann darf man mit Fug und Recht am Verstand der geheimen Elite zweifeln. So wird das nämlich nichts.

    Praktisch befinden sich alle drei Freihandelszonen in einer schweren Wirtschaftssdepression, die Regime am Rande des Zusammenbruchs. Wenn eine einstürzt, fallen die anderen hinterher. Es geht nur noch darum, nicht zuerst zu stürzen.

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