Europäische-Firmenanleihen-Fonds
Übernahmen belasten Fonds für Firmenanleihen

Gleich drei Fonds für auf Euro lautende Unternehmensanleihen im Angebot zu haben, diesen Luxus leisten sich nur wenige Investmentgesellschaften. Das Trio von HSBC Trinkaus folgt sehr unterschiedlichen Konzepten.

HAMBURG. HSBC Trinkaus gehört dazu, doch die relativ deutlich voneinander abweichende Wertentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten weist bereits darauf hin, dass der Spitzenreiter Inik Fonds, der HSBC Trinkaus Corporate Bonds Europa auf Rang neun und der HSBC Trinkaus Euro Investment Grade Corporates auf dem vorletzten Platz der aktuellen Rangliste (Tabelle) kaum miteinander vergleichbar sind.

Anders als sein Kollege Martin Engstler darf HSBC-Manager Frank Schröder beim Inik-Fonds bis zu 30 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investieren. Das Kürzel steht für "Initiative für nachhaltiges Investment der Kirche". Deshalb stehen bei der Aktienauswahl Unternehmen im Vordergrund, die "gleichzeitig ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwert" schaffen. Dabei steuert Schröder lediglich die Höhe des Aktienanteils, die Titelauswahl übernimmt die Schweizer Gesellschaft Sustainable Asset Management. Derzeit beträgt die Quote knapp 25 Prozent und ist breit gestreut auf 80 Einzeltitel. In den kommenden Wochen plant Schröder jedoch eine deutliche Reduzierung des Aktienanteils. "Noch stützen die zahlreichen Übernahmeaktivitäten die Kurse, aber die Risiken steigen", so der HSBC-Manager.

Was den Aktien gut bekam, hat Unternehmensanleihen erstklassiger Bonität (Investment Grade) injüngst eher geschadet. "Viele Anleger fürchten, dass die übernehmenden Firmen ihre gerade abgebaute Verschuldung wieder zunehmend hochfahren", begründet Engstler das schwache Abschneiden des HSBC Trinkaus Euro Investment Grade Corporates. Doch obwohl er die Befürchtungen für übertrieben hält, steht der HSBC-Manager diesem Bereich angesichts steigender Renditen und niedriger Risikoaufschläge eher vorsichtig gegenüber.

"Wir haben am langen Ende der Zinskurve vereinzelt in Staatsanleihen umgeschichtet und bleiben in den kommenden Wochen auch sonst defensiv positioniert", betont er. Ähnliches gilt für den HSBC Trinkaus Corporate Bonds Europa, für den Engstler auch in Anleihen von Schuldnern mit geringerer Qualität investieren darf. In der Regel beträgt der Anteil dieser High-Yields-Papiere am Fondsvermögen 30 Prozent.

"Manager von ausschließlich auf Investment-Grade-Anleihen spezialisierten Fonds haben es derzeit sehr schwer", bestätigt Thierry Feltgen vom unabhängigen Vermögensverwalter Fund-Market. Deshalb hält er den HSBC Trinkaus Corporate Bonds Europa für die bessere Wahl. "Allgemein sind High Yields derzeit etwas attraktiver bewertet", so Feltgen. Für Anleger, die sich mit dessen besonderen Konstruktion identifizierten, könne aber auch der Inik-Fonds ein reizvolles Investment sein.

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