Europäische Fondsmärkte: Fondsanleger suchen Sicherheit

Europäische Fondsmärkte
Fondsanleger suchen Sicherheit

Auf den europäischen Fondsmärkten steigt das Risikobewusstsein. Anleger bevorzugten im vergangenen Jahr wenig schwankungsanfällige Geldmarktfonds. Für 2007 erwarten Anlageexperten eine zunehmende Nachfrage nach Produkten mit einer Absicherung gegen Verluste. Mit Risikopuffern wollen die Anbieter die Investoren aus der Reserve locken.

FRANKFURT. Anlageexperten erwarten für 2007 auf den europäischen Fondsmärkten eine zunehmende Nachfrage nach Produkten mit einer Absicherung gegen Verluste. Denn Risikoscheu führte dazu, dass Investoren im vergangenen Jahr wenig schwankungsanfällige Geldmarktfonds bevorzugten. Außer in Deutschland liefen auch Aktienfonds gut. Rentenfonds verloren unter dem Strich dagegen Vermögen. Der Nettoabsatz für alle Fondsgruppen in Europa ging 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 319 Mrd. Euro zurück, wie die Londoner Fondsanalysefirma Feri FMI ermittelte.

Das weiter steigende Risikobewusstsein reflektiert der Boom der Geldmarktprodukte, deren Absatz 2006 auf über 124 Mrd. Euro nach oben schnellte – und die damit zur gefragtesten Anlageklasse avancierten. „Europaweit steigt das Anlegerinteresse an derartigen Produkten, aber auch an Fonds, die absolute Erträge anstreben und Verluste vermeiden wollen – sowohl auf der Aktien- als auch auf der Anleiheseite“, sagt Peter Schwicht, Deutschland-Chef von JP Morgan Asset Management.

Die Absatzbilanz ist geprägt vom markanten Umschwung bei den Rentenfonds. Anleiheportfolios avancierten mit Nettoabflüssen von über 13 Mrd. Euro zur schwächsten Anlageklasse. „Gute Aktienentwicklungen in Kombination mit niedrigen Anleiherenditen machten Bondportfolios weniger attraktiv“, erläutert James Broderick, Europachef von JP Morgan Asset Management. Doch im laufenden Jahr erwartet Broderick eine Rückkehr zu „normalen Verhältnissen, wenn steigende Zinsen wieder für steigendes Interesse an Rentenfonds sorgen werden“.

Wichtige Absatzträger blieben im vergangenen Jahr europaweit die Aktienfonds, die rund 110 Mrd. Euro einsammelten. „Im laufenden Jahr dürften neue und speziell zugeschnittene Produkte für Schwellenländer oder Anlagethemen wie Klimawandel und Rohstoffe in den Blickpunkt rücken“, sagt Nathalie Boullefort-Fulconis, Leiterin des globalen Vertriebs bei Axa Investment Managers in Paris. Fachleute wollen keine Prognose abgeben, ob der Absatz von Aktienfonds steigen wird. „Erst nach dem oft kritischen Börsenmonat Mai kann man eine Voraussage wagen“, sagte Feri-FMI-Chefin Diana Mackay.

Der Aktienfondsabsatz in Deutschland steht in krassem Gegensatz zur europäischen Entwicklung. Hiesige Anleger gaben bei den deutschen Anbietern Anteile im Gegenwert von netto fast sechs Mrd. Euro zurück. Timothy Blackwell, verantwortlich für das kontinentaleuropäische Geschäft von UBS Global Asset Management, sagt dazu: „In Deutschland haben sich viele Anleger während der Aktienblase stärker engagiert als in anderen europäischen Ländern, diese sehen jetzt ihre Einstandskurse wieder, verkaufen und suchen eine sichere Anlage.“

Der Trend zu Anlagen mit Verlustbegrenzung ist daher auch stark in Deutschland spürbar. Dazu passt der Run auf Zertifikate. „Sie sind oft auf Aktien bezogen und bieten Risikopuffer“, sagt Boris Rischow, Geschäftsführer von Société Générale Asset Management in Deutschland.

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