Europäische Investoren
Der Verkauf von Aktienfonds bricht ein

Die Investoren in Europa schichten ihr Kapital nach dem Börsenrutsch im Mai in Geldmarktfonds um. Als absatzstärkste Fondsgesellschaft in Europa fiel erneut JP Morgan Asset Management auf mit Verkäufen im Mai von netto sechs Mrd. Euro.

rez FRANKFURT. Der Einbruch der Aktienkurse im Mai bescherte den Investmentfondsanbietern in Europa einen extrem schlechten Monat. Investoren zogen gut zehn Mrd. Euro aus Aktienfonds ab. Auch Rentenfonds verbuchten erneut hohe Abflüsse von gut sechs Mrd. Euro. Anleger parkten ihr Geld dagegen in Geldmarktfonds (siehe „Schwacher Absatz“). Insgesamt verkauften Investmentgesellschaften in Europa Fondsanteile im Wert von netto 14,2 Mrd. Euro. Damit ist der Absatz gegenüber dem Vormonat um siebzig Prozent geschrumpft, gegenüber dem Mai 2005 um knapp die Hälfte. Dies zeigen jüngste Zahlen des Londoner Datenanbieters Feri Fund Market Information (Feri FMI).

„Investoren waren bereits im frühen Frühjahr nervös und schienen auf ’etwas’ zu warten. Als die Aktienkurse im Mai dann abrutschten, haben sie prompt und extrem reagiert“, interpretiert Diana Mackay, Chefin von Feri FMI, die Zahlen. Aus Aktienfonds floss so viel Geld ab wie seit dem September 2001 nicht mehr, als Anleger nach dem Anschlag auf das World Trade Center zwölf Mrd. Euro abgezogen hatten. Die meisten Nerven zeigten zuletzt Italiener, Schweden und Schweizer, die Aktienfondsanteile für je gut zwei Mrd. Euro zurückgaben. Deutsche und Spanier zogen nach den Zahlen von Feri FMI rund eine Mrd. Euro ab.

Investoren hätten sich nun auf eine Abwarteposition zurückgezogen, was die enormen Zuflüsse von gut 23 Mrd. Euro in Geldmarktfonds zeigten, meint Mackay. Innerhalb der Gruppe der Aktienfonds litten demnach vor allem europäische Aktienfonds, die in den vergangenen Jahren gut verkauft worden waren. Vor allem professionelle Investoren wendeten sich nun eher US-Aktienfonds zu, beobachtete Mackay. Auch das Interesse an chinesischen Aktienfonds sei relativ stabil geblieben.

Als absatzstärkste Fondsgesellschaft in Europa fiel erneut JP Morgan Asset Management auf mit Verkäufen im Mai von netto sechs Mrd. Euro. Mackay macht dafür die Vorliebe institutioneller Anleger für die Geldmarkt- und japanischen Aktienfonds des US-Anbieters verantwortlich. Das Fondshaus führt die Absatzstatistik auch mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate an.

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