Europäische Megafonds
Flaggschiff spürt Gegenwind

Trotz schlechter Performance hält Fidelity am Konzept seines European Growth fest. Anleger des mit Abstand größten, auf europäische Dividendentitel spezialisierten Aktienfonds mit deutscher Vertriebszulassung erleben in diesen Tagen ein Déjà-vu.

HAMBURG. Im Sommer 2002 hatte ihnen die US-Gesellschaft mitgeteilt, dass Anthony Bolton, der langjährige Verwalter des Fonds und einer der profiliertesten Vertreter seines Fachs, nach einer sechsmonatigen Übergangszeit aus dem aktiven Management ausscheide. Heute ist es der von Bolton eingearbeitete Nachfolger Graham Clapp, der wiederum zum Jahresende die Kommandobrücke verlässt.

Doch während sich Bolton auf dem Zenit seiner Popularität verabschiedete, bekam Clapp zuletzt reichlich Gegenwind zu spüren. Zwar ließ er seit seinem Amtsantritt im Januar 2003 sowohl den Vergleichsindex MSCI Europe als auch den Durchschnitt aller europäischen Aktienfonds deutlich hinter sich. In den vergangenen zwölf Monaten entwickelte sich der Fidelity European Growth jedoch enttäuschend: Mit einem Zuwachs von nur 11,03 Prozent rutschte er unter 416 Angeboten auf Rang 355 ab und belegt damit unter den zehn größten Fonds seiner Kategorie den letzten Platz.

"Am fehlenden Können von Clapp lag es nicht", kommentiert Thomas Portig von der Münchner Analysegesellschaft H.C.M. Capital Management und verweist auf das auf über 21 Mrd. Euro angewachsene Fondsvolumen. "In dieser Größenordnung lässt sich ein echtes Stockpicking, das sowohl die Arbeit von Bolton als auch von Clapp ausgezeichnet hat, nicht mehr umsetzen", ist der Experte überzeugt.

Gleichwohl soll sich am Konzept des künftig von Alexander Scurlock geführten Fonds nichts ändern. "Scurlock wird das Portfolio wie schon sein Vorgänger nach dem Prinzip der gezielten Einzeltitelauswahl zusammenstellen", betont Fidelity-Deutschland-Chef Klaus Baum. -Jürgen Da Fidelity die Research-Kapazitäten für europäische Aktien "massiv" verstärkt habe und es mittlerweile auch im Bereich der Großunternehmen eine Reihe günstig bewerteter Aktien gebe, seien "ab sofort" alle 2005 auf Grund der hohen Mittelzuflüsse eingeführten Vertriebsbeschränkungen für den Fidelity European Growth aufgehoben. Gleichwohl empfiehlt Baum für Neuanlagen in erster Linie den Ende 2005 platzierten, nach einem Multi-Manager-Ansatz verwalteten Fidelity European.

"Die Wertentwicklung des Fidelity European Growth wird sich künftig immer stärker dem Standardwerte-Index Stoxx 50 angleichen", prophezeit H.C.M. Portig. -Analyst Das Konzept des neuen Fidelity European hält er zwar für interessant, doch für eine klare Empfehlung sei es angesichts der sehr kurzen Historie "eindeutig noch zu früh".

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