Europäische Rentenfonds
Fondsmanager setzen auf die türkische Lira

Rentenfonds mit Schwerpunkt auf europäischen Währungen außerhalb der Eurozone galten im Vergleich zu Produkten mit Fokus auf Euro-Anleihen als lukrativer. Derzeit herrscht jedoch auch hier Flaute. Unter den Bestperformern investiert DWS überwiegend in Euro-Renten, Union bevorzugt Fremdwährungen.

HAMBURG. So erzielten die 61 von Feri Rating & Research gelisteten Europa-Rentenfonds in den vergangenen zwölf Monaten ein mageres Plus von durchschnittlich 1,41 Prozent. Unter den zehn volumenstärksten Europa-Rentenfonds schafften es sogar nur drei, deutlich mehr als einen Prozentpunkt Rendite zu erwirtschaften. Am erfolgreichsten war der rund 1,67 Mrd. Euro schwere DWS Euro Strategie (Renten), der mit einem Plus von 5,58 Prozent auch innerhalb der Gesamtkategorie mit Rang sechs von 61 Fonds eine gute Figur macht.

"Die Beimischung von auf isländische Krone lautenden Papieren hat sich bezahlt gemacht, da sie neben einer zweistelligen Rendite auch noch einen Währungsgewinn von 15 Prozent gegenüber dem Euro erzielten", erläutert Andreas Burhoi, der den Fonds gemeinsam mit Ralf Schreyer managt. Das gute Ergebnis führt er zudem auf das Engagement in türkischen Anleihen zurück, das sich angesichts einer Aufwertung der Lira um 14 Prozent sowie hoher Verzinsung ausgezahlt habe. Für diese Länder sieht Burhoi noch einiges an Potenzial, ebenso für Rumänien und Ungarn.

Alle drei Länder zählen auch zu den Favoriten von Barbara Eberhardt und Dmitri Barinov, deren Uni Euro Aspirant von Union Investment mit einem Plus von 4,37 Prozent das zweitbeste Ergebnis unter den zehn größten Europa-Rentenfonds erzielte. Barinov: "Obwohl in der Türkei demnächst Wahlen anstehen und dies generell eher als negativ für die Währungsentwicklung gilt, sehen wir derzeit dort noch Aufwertungspotenzial." Trotz der zuletzt schwachen Entwicklung einiger osteuropäischer Anleihenmärkte sieht der Union-Manager diese nach wie vor klar im Vorteil gegenüber Euro-Renten.

Zwar werde der Renditezuschlag künftig nicht mehr so hoch ausfallen wie noch vor einigen Jahren. Skeptischer beurteilt er dagegen Euro-Renten, da angesichts der guten Konjunktur weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich seien. Aus Sicht von Gerd Bennewirtz ist der Uni Euro Aspirant deutlich besser für ein solches Marktumfeld gewappnet: "Beim Union-Fonds entfallen lediglich 17 Prozent des Portfolios auf Euro-Anleihen, der DWS Euro Strategie (Renten) könnte angesichts einer Gewichtung von 67 Prozent stärker unter Druck geraten", sagt der Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts SJB Fonds Skyline. Als attraktive Beimischung zum Portfolio sieht er die Fonds dieser Kategorie derzeit gleichwohl nicht.

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