Europäische Rentenfonds
Fondsmanager stocken Euro-Anleihen auf

Michael Krautzberger gehört wieder dazu. Knapp drei Jahre nach seinem Wechsel zu Merrill Lynch Investment - heute Blackrock - betreut der ehemalige Manager des Uni Euro Aspirant von Union Investment wieder einen der zehn volumenstärksten Europa-Rentenfonds mit deutscher Vertriebszulassung. Ganz so erfolgreich wie früher ist er dabei allerdings nicht.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der durch stärkere Mittelzuflüsse neu in die Zehner-Gruppe vorgestoßene MLIIF Euro Bond einen Wertzuwachs von 2,73 Prozent, während der von seiner früheren Co-Managerin Barbara Eberhardt betreute Uni Euro Aspirant um 3,63 Prozent zulegte.

Beide Fonds lassen sich freilich nur bedingt miteinander vergleichen. So investiert Eberhardt mindestens die Hälfte des Fondsvermögens in Osteuropa, während Euro-Anleihen mit rund 25 Prozent eine eher untergeordnete Rolle spielen. Im MLIIF Euro Bond Fund sind auf Euro lautende Anleihen dagegen zu mindestens 70 Prozent vertreten, aktuell machen entsprechende Papiere sogar 95 Prozent aus. Hinsichtlich der Fremdwährungen ist Krautzberger zudem nicht auf Osteuropa beschränkt und kann weltweit in Fremdwährungen investieren.

"Am besten laufen derzeit Staatsanleihen aus den G7-Ländern, während Fremdwährungspapiere seit Monaten unter der Risikoaversion der Investoren leiden", sagt der Leiter des Europa-Rententeams bei Blackrock. Anstelle von Währungen nutzt er lieber ausgewählte Unternehmensanleihen, um eine Zusatzrendite zu erwirtschaften. "Diese Titel bringen derzeit einen Renditezuschlag von rund 200 Basispunkten gegenüber Staatsanleihen", sagt Krautzberger. Für die kommenden Monate gibt er sich abwartend: "Ich gehe davon aus, dass sich das Umfeld für Fremdwährungsanleihen in diesem Jahr nicht wesentlich verbessert und werde den Euro-Anteil bei nahezu 100 Prozent belassen."

Vergleichsweise vorsichtig agiert derzeit auch Union-Managerin Eberhardt: "Wir haben in den vergangenen Monaten Fremdwährungsrisiken abgesichert und den Euro-Anteil von 20 auf 25 Prozent hochgefahren." Entsprechend ihrer Anlagestrategie hat sie jedoch weniger Möglichkeiten als Krautzberger, sich einem schlechteren Marktumfeld für osteuropäische Währungen komplett zu entziehen. Allzu große Gefahren sieht sie jedoch nicht: "Wir erwarten derzeit für die Euro-Zone keine Rezession, sondern lediglich eine Abkühlung des Wachstums und eine langsame Erholung. Das sollte die Währungen Osteuropas tendenziell stärken." Potenzial billigt Eberhardt vor allem dem polnischen Zloty zu, auch für die tschechische und die slowakische Krone ist sie positiv gestimmt.

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