Europäische Rentenfonds mit hoher Gewichtung osteuropäischer Anleihen liegen im Ranking vorn
Britische Bonds zählen zu den Favoriten

Viele Rentenfondsmanger erwischte der Aufschwung der Anleihenkurse seit Jahresbeginn auf dem falschen Fuß. Das zeigt ein Blick in die Rangliste der europäischen Portfolios.

HB FRANKFURT/M. Während der Vergleichsindex in zwölf Monaten um 4,61 Prozent zulegte, kamen die Fonds durchschnittlich nur auf ein Plus von 3,57 Prozent. Besser abgeschnitten haben Portfoliolenker, die eher auf längere Bondlaufzeiten setzten und Chancen in Osteuropa suchten.

Besonders gut schlägt sich der Deka-EuropaBond TF, der mit einer Plus von 6,26 Prozent die Riege der zehn größten europäischen Rentenfonds anführt. Mit einem Wertgewinn von 4,04 Prozent kommt der Konkurrent Dit-Europazins des Allianz-Konzerns nicht so gut weg wie das Sparkassen-Produkt. Wichtiger Grund: Der Deka-EuroBond TF war stark an den osteuropäischen Märkten investiert, der Dit-Europazins dagegen kaum. „Der Europazins ist konservativ positioniert, weshalb Osteuropa nie ein nennenswerter Bereich im Portfolio sein wird“, sagt Dit-Fondsmanager Ulrich Katz.

„Das Deka-Produkt hat sich in nahezu allen Perioden besser entwickelt als der Europazins. Der Grund liegt darin, dass es sich das Deka-Fondsmanagement erlaubt, bis auf Ratings von ‚BBB' herunterzugehen, während das Dit-Produkt nahezu ausschließlich in Top-Bonitäten investiert“, kommentiert Thomas Portig, Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management. Damit sei beim Deka-Fonds „ein Tick“ mehr Risiko verbunden.

Derzeit hat Deka-Portfoliolenker Wolfgang Zecha Papiere aus der Eurozone unter- und Anleihen osteuropäischer Emittenten sowie Bonds aus Ländern wie etwa Großbritannien übergewichtet. „Für das kommende Jahr rechnen wir damit, dass die Renditen am langen Ende ihre Seitwärtsbewegung in einer Bandbreite von 3,7 bis 4,5 Prozent fortsetzen werden“, begründet er seine Zurückhaltung gegenüber Euroland- Renten. Für attraktiver hält der Fondsmanager Titel aus Großbritannien, deren Anteil am Portfolio er in den zurückliegenden Wochen erhöht hat. Wie Zecha setzt auch Dit-Fondsmanager Katz auf britische Renten und hier auf kurze bis mittlere Laufzeiten. Im zweijährigen Bereich beispielsweise beläuft sich seiner Darstellung zufolge der Renditevorsprung vor deutschen Titeln auf 2,2 Prozentpunkte.

Jörg E. Jäger, Dow Jones

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