Europäische Rentenfonds
Rentenfonds-Manager setzen auf Fremdwährungen

Rund 4,5 Prozent haben Bundesanleihen mittlerer Laufzeit seit Januar verloren. Daran gemessen haben sich europäisch ausgerichtete Rentenfonds gut gehalten: Auf Sicht von zwölf Monaten weisen die besten von ihnen noch immer komfortable Gewinne aus.

HAMBURG. Besonders erfolgreich waren Fondsmanager, die neben klassischen Euro-Papieren auch Anleihen aus neuen EU-Mitgliedsländern wie Polen oder Ungarn ins Depot nahmen. Mit dieser Mischung erzielte Spitzenreiter Constantia Special Bond seit April 2005 einen Wertzuwachs von 5,94 Prozent. Darüber hinaus investiert Manager Christoph von Bonin allerdings auch in die Anleihen von Staaten, die geographisch nicht oder nur teilweise zu Europa gehören. „Neben den Euro-Kandidaten Polen und Türkei haben sich besonders die mexikanischen und russischen Anleihen sehr gut entwickelt“, sagt von Bonin.

Dabei setzte er in Polen und Mexiko auf die jeweilige Landeswährung und profitierte außer von den vergleichsweise hohen lokalen Zinssätzen zusätzlich von deren Aufwertung gegenüber dem Euro. Von Russland und der Türkei hatte von Bonin dagegen die Euroanleihen im Depot. „Weil die Schuldnerqualität beider Länder im vergangenen Jahr zugenommen hat, haben sich die Risikoprämien verringert, und die Kurse haben gegenüber denen aus der Eurozone aufgeholt“, so der Constantia-Manager.

Letzteres sei auch der Grund, weshalb 2006 bei diesen Papieren nicht mehr allzu viel zu holen sei. Von Bonin: „Ich favorisiere daher in diesem Jahr Anlagen im Rubel und im mexikanischen Peso.“ Überhaupt seien besonders die lokalen Märkte durch die jüngste Kursschwäche wieder interessant geworden. Allerdings ist in von Bonins Fonds der Fremdwährungsanteil auf maximal 50 Prozent begrenzt.

Eine Grenze, die Frank Jansen nicht beachten muss. Der Manager des drittplatzierten KBC Bonds Euro Candidates hat derzeit nur rund ein Viertel des Fondsvermögens in Europapieren angelegt.

„2005 haben wir besonders von den starken Währungen und den Zinssenkungen in Osteuropa profitiert“, sagt Jansen. Für 2006 erwartet Jansen allerdings keine ähnlichen Erträge: „Wir haben einige Währungspositionen wie den ungarischen Forint stark zurückgefahren.“ Auch die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer der Anleihen habe er auf aktuell rund vier Jahre verkürzt.

Während von Bonin und Jansen in den vergangen Jahren Währungsschwankungen in Performance umsetzten, blieb Jan van Parys diese Chance verwehrt. Der von ihm betreute KBC Renta Sekarenta investiert ausschließlich in Anleihen, die auf schwedische Krone lauten. Die jedoch gab in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber dem Euro um knapp drei Prozent nach. Somit rangiert van Parys aktuell abgeschlagen auf dem letzten Platz.

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