Europäische Rentenfonds werden vorsichtiger
Skepsis gegenüber Firmenbonds steigt

Europäische Firmenanleihen waren in den vergangenen Monaten Gewinnbringer - jetzt wird die Luft dünner. Bei Rentenfondsmanagern wächst die Skepsis.

HB/vwd Frankfurt/M. „In vielen Corporate-Bond-Kursen ist die Konjunkturerholung inzwischen weitgehend eingepreist“, sagt etwa Thomas Pergande, der mit dem Europa-Bond ein Produkt managt, das ausschließlich in europäische Unternehmensanleihen anlegt.

Der Fonds erzielte in den zwölf Monaten per Ende September einen Wertzuwachs von 7,38 % und belegt damit Platz vier unter 74 europäischen Rentenfonds. Kapitalanlagegesellschaft (KAG) des Europa-Bond ist die Hansa-Nord-Lux, eine Tochtergesellschaft von Nordinvest und Hansainvest, der KAG der Signal-Iduna-Gruppe.

„Die Renditevorsprünge der Unternehmens- gegenüber Staatsbonds in Europa sind denkbar gering“, sagt Andreas Bockberger, der gemeinsam mit Gabriel Panzenböck den mit 5,92 % auf Platz sieben liegenden Raiffeisen-EuroPlus-Rent A steuert. Der Fonds der österreichischen Raiffeisen KAG ist mit 76 % in Euroland engagiert. Der Schwerpunkt liegt bei Staatsanleihen, jedoch sind auch Firmenbonds - aktuell zu rund 30 % - im Portfolio. Letztere hält Bockberger inzwischen für „fair, wenn nicht sogar ein wenig teuer bewertet“. Dennoch würden sie weiter beigemischt. Zum einen reduziere sich dadurch das Risiko gegenüber einem reinen Staatsanleihenfonds, zum anderen könne so eine Zusatzrendite eingestrichen werden.

Diese Einschätzung teilt Andrea Schruff, Analystin bei der Weberbank Privatbankiers. „Firmenbonds wiesen in der Vergangenheit etwas geringere Wertschwankungen als Staatsanleihen auf und haben damit dazu beigetragen, größere Preisausschläge bei Rentenfonds abzufedern“, sagt sie.

Bockberger und Panzenböck bevorzugen kurzlaufende Unternehmensanleihen. Das begrenzt das Verlustpotenzial. Bei Staatsanleihen setzen sie auf etwas längere Laufzeiten, da sie „die konjunkturoptimistische Stimmung unter den Marktteilnehmern nicht uneingeschränkt teilen und mit einem Anstieg der Renditen rechnen“. Dagegen sieht Pergande „die Konjunkturampeln auf Grün“. Deshalb setzt er noch auf eine Laufzeitenstruktur von rund vier Jahren.

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