Europäische Unternehmensanleihen: Firmen-Bonds bieten nur geringe Zinsaufschläge

Europäische Unternehmensanleihen
Firmen-Bonds bieten nur geringe Zinsaufschläge

Für das Gros der hier zu Lande angebotenen Rentenfonds war das Marktumfeld in den vergangenen zwölf Monaten wenig erfreulich. Sowohl Euro-Rentenfonds als auch Produkte mit Schwerpunkt auf globalen und europäischen Fremdwährungsanleihen lagen im Schnitt im Minus. Für Fonds mit Schwerpunkt auf europäischen Unternehmensanleihen lief es im Vergleich dazu noch relativ gut.

HAMBURG. Für die Gruppe der Fonds für europäische Firmenanleihen weist die Bad Homburger Analyseagentur Feri ein Plus von durchschnittlich 0,33 Prozent aus. Etwas mehr war für die Anleger des Oyster European Corporate Bonds drin: Der bei der Schweizer Bank Syz aufgelegte Fonds legte immerhin um 2,65 Prozent zu. Dabei kam Fondsmanager Andrea Garbelotto zugute, dass er bis zu zehn Prozent des Fondsvermögens in Aktien investieren darf. "Diese Möglichkeit haben wir in den vergangenen zwölf Monaten voll ausgenutzt und uns dabei auf Dividendentitel wie den italienischen Versorger Enel konzentriert", sagt der Manager der Banca Albertini Syz & Co. Auch auf der Anleihenseite setzt Garbelotto auf das Unternehmen, insgesamt ist der Versorgersektor mit 14 Prozent die drittgrößte Branchenposition im Fonds. Hinsichtlich der Bonität der Emittenten bevorzugt Garbelotto Papiere mit einem Rating von mindestens BBB-, der Anteil von Anleihen mit einer niedrigeren Bonität ist auf maximal zehn Prozent begrenzt.

Einen Anteil von rund einem Drittel haben diese als Hochzinsanleihen bezeichneten Papiere dagegen beim zweitplatzierten Apo Rendite Plus Inka. Die Auswahl der zumeist auf Dollar lautenden und währungsgesicherten Papiere erfolgt durch die New Yorker Vermögensverwaltung Muzinich & Co. Für den Löwenanteil des Portfolios zeichnet aber Marc Tetzlaff von Apo Asset Management verantwortlich.

"Die Beimischung der Hochzinspapiere hat sich in den vergangenen zwölf Monaten ebenso bewährt wie unsere Engagements in nachrangig besicherten Anleihen von Finanzdienstleistern wie BNP und UBS", erläutert Tetzlaff, der in diesem Jahr wie Garbelotto mit einem konstanten Angebot an Neuemissionen bei hoher Nachfrage rechnet. Dennoch gibt er sich vorsichtig: "Der Markt ist in den vergangenen Monaten bereits sehr gut gelaufen und teils überhitzt."

Diese Ansicht teilt auch Wolfgang Kaiser. "Der Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen ist auf historisch sehr niedrigem Niveau, so dass sich bei einigen Papieren die Frage stellt, ob das erhöhte Ausfallrisiko angemessen vergütet wird", sagt der Analyst der Beratungsgesellschaft Fondsconsult. Anleger sollten daher zurzeit den Einstieg in diesem Segment gründlich überdenken.

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