"Europäischen Unternehmen geht es gut"
Fondsmanager setzen auf Europa

In der öffentlichen Wahrnehmung steht Europa derzeit eher schlecht dar. Dennoch gibt es einige Branchen, wie zum Beispiel den Finanzdienstleistungssektor, den Experten für interessant halten.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. In der Gunst von zwei der zuletzt erfolgreichsten weltweit anlegenden Aktienfondsmanagern jedoch liegt der Kontinent ganz vorne. Thomas Hörz, Lenker des Walser Portfolio Vision, hat aktuell rund 70 Prozent seiner Mittel in Europa investiert, den Rest in japanische und asiatische Papiere.

Auch Hendrik Leber, verantwortlich für den Acatis Champions Select - Acatis Champions Global bevorzugt europäische Aktien, allerdings ist bei ihm der Anteil mit 53 Prozent des Portfolios geringer als bei Hörz. Auf die USA und Kanada entfallen rund 42 Prozent, auf den Rest der Welt die übrigen 5 Prozent. „Wir halten Europa für den derzeit interessantesten Markt. In den Medien wird dieser Teil der Welt als relativ kraftlos eingestuft. Dabei geht es europäischen Unternehmen recht gut“, sagt Leber.

Die Meinung der beiden Fondsstrategen hat Gewicht: Unter 352 global anlegenden Aktienfonds rangiert der Walser Portfolio Vision mit einem Plus von 31,6 Prozent per Ende Juni an achter Stelle. Lebers Produkt liegt nur einen Platz dahinter. Für Lutz Overlack, Geschäftsführer von Fund-Market Deutschland, gehören beide Fonds zu den Spitzenprodukten. „Der Walser Portfolio Vision hat einen aktiven, sehr flexiblen Anlagestil, der für höhere Chancen auch größere Risiken in Kauf nimmt. Seit dem vergangenen Jahr hat sich das Fondsmanagement vor allem in Japan gut positioniert“, sagt er. Lebers Schützling sei ein dynamischer, individuell gemanagter Fonds. Mit dem Substanzansatz vor allem bei Nebenwerten habe Leber zuletzt in eine der stärksten Anlageklassen investiert.

Zu den interessantesten Branchen zählt Leber augenblicklich den Finanzdienstleistungssektor, „den wir für deutlich unterbewertet halten.“ Hörz ist defensiver ausgerichtet: „Wir bevorzugen Unternehmen aus dem Öl-, Gas-, Rohstoff-, Konsum- und Pharmasektor. Diese Ausrichtung reflektiert unsere vorsichtige Markterwartung für die nächsten Wochen“, sagt er.

Unterschiedlich fällt die Prognose der beiden Portfoliolenker für die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte in den kommenden Jahren aus. „Künftig werden wir kaum noch lang gezogene Baisse- oder Hausse-Phasen erleben, statt dessen eine moderate Aufwärtsentwicklung bis zum Ende des Jahrzehnts, überlagert von kurzfristigen Auf- und Abschwüngen“, meint Leber. Hörz hingegen sieht „die Gefahr eines neuen kräftigen Rückschlags, sobald der deutsche Aktien-Index unter einem Stand von 3 300 oder 3 200 Punkten schließt, und der amerikanische S&P-500 unter 900 Punkten aus dem Handel geht“.

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