Exchange Traded Funds
Börsengehandelte Fonds boomen

Der Trend ist eindeutig: Börsengehandelte Fonds verzeichnen große Zuwächse, während klassische Aktien- und Rentenfonds Abflüsse hinnehmen müssen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Exchange Traded Funds (ETFs).

HB DÜSSELDORF. Allein an der Deutschen Börse sind derzeit mehr als 260 ETFs gelistet - vor sieben Jahren ist das entsprechende XTF-Segment mit gerade einmal zwei Exchange Traded Funds gestartet. Die so genannten Mifid-Regelungen dürften das ETF-Geschäft ab diesem Monat zusätzlich ankurbeln. Gemeint sind die Markets in Financial Instruments Directive genannten Richtlinien - sie verpflichten Banken künftig, alle Gebühren für Finanzprodukte offen zu legen und den Anleger über mögliche Provisionen zu informieren.

In Sachen Transparenz punkten ETFs seit Jahren: Kurse, Handelsvolumina sowie Portfoliobestände sind für Anleger jederzeit auf den Internetseiten der Emittenten, Börsen oder Finanzinformationsdienstleister abrufbar. Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Investmentfonds fällt beim Erwerb eines ETF kein Ausgabeaufschlag, sondern nur die normale Handelsgebühr wie beim Kauf von Aktien oder Anleihen an. Zudem sind die Managementgebühren deutlich geringer. Deshalb erzielen ETFs auf lange Sicht nach Kosten in der Regel eine bessere Rendite als aktiv gemanagte Fonds.

Statt ständig aktiv und kostenträchtig nach Gewinn bringenden Papieren zu suchen, bilden ETFs die Performance von Indizes wie Dax oder Dow Jones nahezu eins zu eins ab. Anteile dieser Fonds können zu den üblichen Börsenhandelszeiten ständig gekauft und verkauft werden. Sie sind immer verfügbar und können jederzeit mit geringfügigen Abschlägen zu den Kaufpreisen - also niedrigen Spreads - veräußert werden.

Der erste ETF kam im April 2000 an die Deutsche Börse. Kurz vor dem Beginn der dreijährigen Baisse war dies zwar ein ungünstiger Zeitpunkt. Doch die Idee der Exchange Traded Funds hat sich dennoch durchgesetzt. Inzwischen werden fast täglich neue ETFs gelistet. "Jede Bankengruppe, die derzeit vielleicht noch sorgfältig auf den Schutz klassischer Vertriebswege bedacht ist, wird früher oder später dabei sein müssen", sagen Marketing-Experten. Sie wissen aus den USA, dass dort inzwischen fast ein Drittel aller Anlegergelder in ETFs investiert sind.

In Deutschland dürfte das Angebot in absehbarer Zeit auf 500 ETFs steigen. Und die etwa 100 Mrd. Euro, die aktuell europaweit in dieser Art von Fonds stecken, dürften auch schnell überholt sein. Der Run auf passiv gemanagte Indexprodukte bedeutet ein großes Wachstumspotenzial, sodass die Zielmarke von einer Bill. Euro in Europa keine unrealistische Perspektive ist. Zum Vergleich: In klassischen deutschen Publikums- und Spezialfonds, die vom Bundesverband Investment und Asset-Management (BVI) erfasst werden, liegen derzeit knapp 1,5 Bill. Euro. Weitere Milliarden haben deutsche Anleger in ausländische Fonds, zum Beispiel von Fidelity, Templeton und Pioneer, investiert.

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