Exchange Traded Funds
Derivate geben Indexfonds den zusätzlichen Kick

Der vergleichsweise junge Markt der Exchange Traded Funds (ETF) wartet seit Jahren mit kräftigen Wachstumsraten auf. Durch die Schaffung von Optionen und Futures auf diese ETF können Anleger die gesamte Klaviatur der Anlagemöglichkeiten spielen.

FRANKFURT. Die Finanzwelt schwankt seit geraumer Zeit zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite versuchen Hedge-Fonds eine überdurchschnittliche Entwicklung zu erreichen. Auf der anderen Seite erfreuen sich passive Investmentstrategien zunehmender Beliebtheit, für deren Umsetzung vor allem so genannte Exchange Traded Funds (ETF) - börsennotierte Indexfonds - genutzt werden. Dieser vergleichsweise junge Markt wartet seit Jahren mit kräftigen Wachstumsraten auf. Durch die Schaffung von Optionen und Futures auf diese ETF können Anleger die gesamte Klaviatur der Anlagemöglichkeiten spielen. Inzwischen gibt es bereits 239 Optionen und sieben Futureskontrakte auf diese Indexfonds an Börsen in den USA, Kanada und in Europa. "Allein im Jahr 2006 wurden 103 neue Optionskontrakte auf ETF an den Börsen in aller Welt eingeführt", sagt Deborah Fuhr von Morgan Stanley.

Der Sinn eines ETF liegt darin, die Wertentwicklung des dem Produkt zugrunde liegenden Index möglichst exakt abzubilden. Mit ETFs können Anleger während der Börsenhandelszeiten fortlaufend ganze Märkte kaufen und verkaufen. Sie können wie beim Aktienhandel jede Art von Limits vorgeben. Und das alles bei einer vergleichsweise hohen Liquidität. ETFs sind auch bei so genannten Day-Tradern sehr beliebt. "Mit ETFs erreicht das Intraday-Trading eine völlig neue Dimension", heißt es in diesem Kontext beim Anbieter Indexchange.

ETFs sind im Prinzip nichts anderes als passive Investmentfonds, die lediglich einen Aktienindex repräsentieren. Die Anteile dieser Indexfonds werden ähnlich wie Aktien an Wertpapierbörsen gehandelt, so dass Anleger die Chance haben, ihre Anteile börsentäglich an den Börsen zu kaufen oder zu verkaufen. Wegen der größeren Erfahrung und Tiefe der Finanzplätze in Nordamerika kann nicht verwundern, dass das Fondsvolumen in den USA wesentlich größer ist als in Europa. Ein Vorteil für Anleger liegt darin, dass die jährlichen Kosten bei den liquiden ETFs in den USA bei etwa 0,12 Prozent liegen. Die populärsten ETFs in den USA sind der Nasdaq 100-Tracking Stock (QQQQ) und die Standard & Poors 500 Depositary Receipts (SPDR). Beide Produkte werden an der American Stock Exchange (Amex) notiert und können wie Aktien ge- und verkauft werden.

In der Finanzwelt werden erfolgreiche Ideen oftmals zur Schaffung zusätzlicher innovativer Produkte genutzt. So wollten sich manche Anleger nicht mit der "einfachen und passiven Art des Investierens" zufrieden geben. Diese Anlegergruppe braucht den besonderen Kick, indem sie auf die Hebelwirkung von Derivaten setzen. Denn wer sich eines künftigen Trends relativ sicher ist, kann sein Investment durch Derivate wie Optionen und Futures hebeln.

Mit vergleichsweise geringerem Einsatz - der Optionsprämie beziehungsweise der Einschussforderung beim Futureskontrakt - kontrolliert der Anleger den vollen Wert eines Indexfonds. Dass solche Engagements auch wegen der begrenzten Laufzeit der Derivate nicht nur Chancen bieten, sondern auch Risiken aufweisen, versteht sich von selbst. Und so begann die American Stock Exchange (Amex) im November des Jahres 1998 mit dem Handel von Optionen auf einen MidCap-Indexfonds von Standard & Poors (SPDR).

Die Chicago Board Options Exchange sah dann im Februar 2001 die Chance auf eine Ausweitung ihrer Produktpalette, indem sie Optionen auf den QQQ-Indexfonds einführte. Inzwischen zählen ETF-Optionen sowohl an der CBOE als auch an anderen Terminbörsen in den USA wie der American Stock Exchange (Amex) und der International Securities Exchange (ISE) zu den erfolgreichsten Derivaten am US-Markt. In Europa war die Eurex die erste Börse, die im November 2002 ETF-Derivate lancierte.

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