Exchange Traded Funds
Indexfonds erobern Nischen

Im Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds treiben die US-Anbieter das Geschehen voran. Es treten immer neue Asset-Manager in den Markt für die so genannten Exchange Traded Funds (ETFs) ein, die sich vom Ursprungskonzept des Produktes entfernen. Zwar dominieren weiterhin Portfolios für breite Aktienindizes im Vergleich der Gesamtvermögen und der Börsenumsätze. Aber kleine Anbieter mit Nischenprodulten sind im Kommen.

FRANKFURT. "Aber jetzt kommen kleine Anbieter mit Nischenprodukten" sagt der Londoner Greg Ehret, Leiter des Europavertriebs für das Fondsgeschäft von State Street Global Advisors (SSGA). Bisher bestimmten Barclays Global Investors (BGI) und State Street auf dem großen US-Markt das Geschehen. Jetzt sind neue und nur unter Insidern bekannte Namen aufgetaucht, etwa Wisdom Tree, Claymore Securities, Rydex Investments oder Powershares. Diese Anbieter gehen ganz andere Wege. Sie lancieren ETFs auf Aktiensektoren, auf Indizes mit Gleichgewichtung der Titel statt wie üblich nach Marktkapitalisierung. Sie konstruieren Indizes, die regelmäßig nach Maßgabe von Fundamentalkriterien wie Unternehmensgewinn, Cash Flow oder Dividenden angepasst werden. Hier wird die Grenze zum aktiven Management fließend. Andere Anbieter offerieren Portfolios für neue gelistete Aktien (IPO-ETFs), andere einen Hebel und liefern beispielsweise die doppelte Indexentwicklung.

Einige Experten mit gutem Namen haben sich im ETF-Feld eingerichtet. Die Liste der Firmenführer etwa von Wisdom Tree liest sich wie ein "Who is who" der Anlageszene. Dabei ist der frühere Hedge-Fonds-Manager Michael Steinhardt, der Finanzprofessor Jeremy Siegel und der frühere SEC-Chairman Arthur Levitt.

Aber nicht alle, die Rang und Namen haben, sind Protagonisten des Booms. In den USA wird Kritik laut, an immer exotischeren Produktgestaltungen, an damit verbundenen steigenden Gebühren, am fehlenden Verständnis mancher Investoren für das erworbene Produkt, und am zu schnellen Handel mit ETFs.

Renommierte Experten bilden die Speerspitze der Mahner: John Bogle, legendärer Gründer des US-Indexfondshauses Vanguard, Don Phillips, Researchchef des Analysehauses Morningstar, schließlich der Wirtschaftswissenschaftler Burton Malkiel. Bogle hat sich schon seit langem aus dem operativen Geschäft mit den traditionellen - nicht börsennotierten - Indexfonds verabschiedet, ist aber immer noch eine Art Gewissen der Anlagebranche. Jetzt nimmt er die ETFs aufs Korn. "Manche Produkte werden von den Investoren vier bis fünf Mal im Jahr gekauft und verkauft", wettert er in einem Fernseh-Interview. Doch Indexfonds seien als "Anlage für ein ganzes Leben" gedacht. Häufiger Kauf und Verkauf durch Investoren treibe deren Kosten, was natürlich an der Rendite zehre.

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