Experten erwarten Beschleunigung für zweites Halbjahr
Hedge-Fonds ziehen im zweiten Quartal weniger Kapital an

Die Dynamik der Kapitalflüsse in Hedge-Fonds hat im zweiten Quartal deutlich nachgelassen. Die zum Teil immer noch locker regulierten Kapitalsammelstellen verzeichneten im zweiten Quartal 2005 weltweit Nettozuflüsse in Höhe von 10,9 Mrd. Dollar, wie aus einer Analyse der Branchenorganisation Hedge Fund Research (HFR) hervorgeht.

FRANKFURT/M. Im ersten Quartal 2005 waren noch rund 27,4 Mrd. Dollar in die Geldpools geflossen. „Vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds stellt der nachlassende Kapitalzufluss keine wirkliche Überraschung dar“, sagt HFR-Präsident Josh Rosenberg. Unter dem Strich liege der Nettokapitalzufluss im ersten Halbjahr 2005 trotz des zuletzt geringen Interesses noch um 29 Prozent über dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fachleute wie Charles Gradante, geschäftsführender Direktor der Beratungsgesellschaft Hennessee Group LLC in New York rechnen für das zweite Halbjahr 2005 wieder mit einer Beschleunigung der Kapitalzuflüsse in Hedge-Fonds.

Wachstum verzeichnete die Branche im ersten Halbjahr vor allem in Europa. Hier wurden rund 150 neue Hedge-Fonds gegründet, die Kapital in Höhe von 13 Mrd. Dollar aufnahmen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren netto rund 9,5 Mrd. Dollar in 128 neue europäische Hedge-Fonds geflossen. Nach Angaben von HFR beträgt das in Hedge-Fonds verwaltete Vermögen damit jetzt weltweit rund 1,03 Bill. Dollar. Der Einfluss von Hedge-Fonds auf die Kursentwicklung der internationalen Kapitalmärkte wird von Finanzmarkt-akteuren immer wieder überschätzt; das Vermögen dieser innovativen Kapitalsammelstellen erreichte gerade einmal rund zwei Prozent der Kapitalisierung der globalen Wertpapiermärkte.

Für die schwächere Entwicklung im zweiten Halbjahr waren vor allem hohe Mittelabflüsse aus Hedge-Fonds verantwortlich, die auf die Strategie Convertible-Arbitrage – das Ausnutzen von Kursschwankungen zwischen Wandelanleihen und Aktien einer bestimmten Aktiengesellschaft – setzen. Hohe Kursverluste bei den Papieren der kriselnden US-Autobauer General Motors und Ford führten dazu, dass die Fonds dieser Kategorie im ersten Halbjahr durchschnittlich 5,5 Prozent an Wert verloren. Hierdurch wurde ein Nettokapitalabfluss in Höhe von fünf Mrd. Dollar bewirkt.

Die größten Kapitalzuflüsse verzeichneten hingegen Hedge-Fonds, die ihre Strategien auf die Aktienmärkte ausrichten, sowie so genannten Global Macro Fonds, in die Anleger jeweils netto 3,2 Mrd. Dollar lenkten. Global Macro Fonds unterliegen keinen wirklichen Beschränkungen, sie investieren ihr Geld an allen möglichen Märkten und setzen dabei sowohl auf steigende wie auch auf fallende Kurse und Preise. Das Besondere an dieser „Königsklasse der Kapitalanlage“ liegt darin, dass die Fondsmanager bei ihren Strategien auch Kreditengagements eingehen und Derivate einsetzen können.

Dass zahlreiche Anleger bei Investments in diese vergleichsweise neue Anlageklasse dem Prinzip Sicherheit folgen, zeigt sich darin, dass Hedge-Fonds-Dachfonds im ersten Halbjahr 2005 einen Nettokapitalzufluss in Höhe von 12,9 Mrd. Dollar erzielten. Dachfonds werden allgemein als eine Methode der Risikoreduzierung gesehen, da ihre Wertentwicklung keine oder aber eine nur geringe Korrelation zu den Ergebnissen der Anlageklassen Aktien und Anleihen aufweisen sollte. Dieses Ziel wird jedoch nicht immer erreicht, wie Randal Goldsmith von Standard & Poors herausgefunden hat. „Grundlegende Marktfaktoren wie historisch niedrige Zinsen, geringe Volatilität und fehlende Markttrends haben die Anlageresultate der Dachfonds zuletzt stark beeinträchtigt“, sagt Goldsmith.

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