Experten erwarten für Juli eine Rally
Konservative Dachfonds reizen Aktienquote aus

Komplizierte Beteiligungsverhältnisse beim Advance Europa Ertrag trüben nicht den Anlageerfolg: Der überwiegend in europäische Rentenfonds investierende Dachfonds belegt im Zwölfmonats-Vergleich Platz zwei.

HB HAMBURG. "Wer gehört zu wem“ – der Ende 1954 von der Commerzbank zum ersten Mal herausgegebene Lexikon-Klassiker listet auf 1 200 Seiten penibel die Beteiligungsverhältnisse in der deutschen Wirtschaft auf. Ein vergleichbares Werk, das die Querverbindungen in der Investment-Branche zum Thema hätte, käme kaum mit weniger Seiten aus. Ein Musterbeispiel dafür ist der überwiegend in europäische Rentenfonds investierende Dachfonds Advance Europa Ertrag, der im Zwölfmonats-Vergleich Platz zwei belegt. Initiiert wurde dieser Fonds vom ehemaligen Discount-Broker Advance Bank, der den Managementauftrag 1997 an die Schweizer Privatbank Julius Bär vergab. Deren Investment-Tochter zeichnet offiziell noch immer für die Verwaltung verantwortlich, doch seit die Advance Bank im Herbst 2003 in der Dresdner Bank aufging, fungiert deren Investment-Tochter Dit als Anlageberater.

Die Dit wiederum hat über die gemeinsam Mutter Allianz Zugriff auf das renommierte Renten-Research der Dit-Schwester Pimco – offenbar nicht zum Nachteil der ehemaligen Advance-Bank-Kunden. Mit dem Dit-Euro Rentenfonds, dem Dit-Allianz Rentenfonds und dem Dit-Euro-Bond-Total gehören denn auch drei nach dem Pimco-Ansatz verwaltete Rentenfonds zu den größten Positionen, auch wenn Dit-Manager Thomas Handte mit dem DVG-Rent oder dem Pictet Fixed Euro Bonds auch auf Konkurrenzprodukte zurückgreift.

Komplizierte Geschäftsbeziehungen bestehen auch zwischen dem Deutschen Ring und der Deutsche-Bank-Tochter DWS, bei der sieben der elf von dem Hamburger Versicherungskonzern vertriebene Investmentfonds aufgelegt sind. Für drei davon – die Dachfonds RAM Konservativ, RAM Wachstum und RAM Dynamisch – vergab der Deutsche Ring nämlich im Oktober 2004 wegen der wenig zufriedenstellenden Ergebnisse einen Beratungsauftrag an die österreichische Investmentgesellschaft C-Quadrat, die mit einem computergesteuerten Trendfolgemodell arbeitet und vor allem auf Kapitalerhalt setzt. Fondsberater Leo Willert sieht beim derzeit noch auf dem letzten Platz liegenden RAM Konservativ wenig Grund für eine allzu vorsichtige Gangart: Die maximal erlaubte Aktienquote von 30 Prozent hat er bis auf drei Prozentpunkte voll ausgeschöpft.

Ebenso optimistisch für die Aktienmärkte gibt sich Uwe Leonhardt. Der Vorstand der Vermögensverwaltungsgesellschaft German Capital Management (Gecam) betreut den bei der PEH-Wertpapier-AG-Tochter Axxion in Luxemburg aufgelegten Gecam Adviser Global Value, der nach wie vor an der Spitze des Feldes steht. „Wir gehen bis Juli oder August von einer weiteren Rally aus, bevor sich der aktuelle Bullenmarkt dem Ende neigt“, so Leonhardt. Deshalb schöpft er die maximal zulässige Aktienquote von 50 Prozent noch fast komplett aus. Anfang Juni hat er u.a. den Bestand an Telekommunikations-, Rohstoff- und Osteuropa-Aktien wieder deutlich hochgefahren.

Egon Wachtendorf, DER FONDS

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