Experten erwarten weitere Konsolidierungswelle bei Vermögensverwaltern – Milliardendeals in der Pipeline Konsolidierung
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Die Vermögensverwalter stehen nach der Einschätzung von Experten vor einer weiteren Übernahmewelle. „Eine Konsolidierung ist unausweichlich“, sagt Stanley Fink, Chef der weltweit größten börsennotierten Hedge-Fonds-Gruppe Man. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es bereits eine Vielzahl von Übernahmen und Kaufofferten.

HB FRANKFURT/M. Nach Angaben der New Yorker Investmentbank Putnam Lovell NBF liegt der Wert der Transaktionen im ersten Halbjahr bei sieben Mrd. Dollar. Das ist bereits mehr als das Dreifache des ersten Halbjahres 2004.

„Es dürfte noch mehr kommen, angestoßen von Banken und Versicherungen, die sich von ihren Asset-Management-Einheiten trennen“, sagt Fernand Schoppig, Präsident der US-Beratungsgesellschaft FS Associates. Diese Einschätzung bestätigt Roger Yates, Leiter der internationalen Anlagegesellschaft Henderson: „Viele große Banken und Versicherungen sehen jetzt ein, dass sie nicht zwingend eine Asset-Management-Sparte haben müssen“, sagt er.

Das mit Abstand größte Geschäft in diesem Jahr war der Erwerb des Asset-Managements von Citigroup durch das US-Anlagehaus Legg Mason (siehe: Die jüngsten Deals). In Europa hat die geplante Zusammenführung der Vermögensverwaltung von Unicredito, gebündelt unter dem Label Pioneer Investments, und der entsprechenden Gesellschaften der Hypo-Vereinsbank den größten Aufmerksamkeitswert.

Die Strategie der Gesellschaften ist klar: Käufer wie Legg Mason wollen häufig durch den Zuwachs an Vermögen die Fixkosten senken, so die Profitabilität erhöhen und gleichzeitig in der globalen Top-Liga mitspielen. Eine derartige Expansionspolitik durch Akquisitionen verfolgt auch Pioneer Investments, die sich außerdem die Fondssparte der US-Bank AmSouth einverleibte. „Wir wollen weiter wachsen und werden auch weiter kaufen“, bestätigt Pioneer-Sprecher Michael Finkbeiner. Erklärtes Ziel sei es, die jetzt von Pioneer verwalteten 140 Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren auf 230 Mrd. Euro zu steigern.

Allerdings geht es bei den Deals nicht immer nur um die Erhöhung des verwalteten Kapitals. „In Europa ist manchmal auch der Einkauf spezialisierter Häuser das Motiv“, sagt Roger Schneider, bei Fitch Ratings zuständig für den deutschsprachigen Raum. Er nennt als Beispiel den Erwerb des amerikanischen Wealth-Management-Spezialisten Fund Quest durch BNP Paribas Asset Management. In die gleiche Rubrik fällt die Akquisition des Hedge-Fonds-Hauses Permal durch Legg Mason. Kleine Häuser wie Permal werden attraktiver, weil institutionelle Investoren ihre Gelder außerhalb der Basisinvestments immer stärker bei spezialisierten Asset-Managern anlegen. „Das Geld fließt zu den so genannten Boutiquen“, sagt Schneider von Fitch Ratings.

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