Experten fordern stärkere Öffnung
EU verzichtet auf Regulierung für Hedge-Fonds

Eine Regulierung der Hedge-Fondsbranche durch die Europäische Union (EU) wird zunehmend unwahrscheinlich. Das zeichnet sich ab, nachdem gestern die EU-Kommission in Brüssel einen Expertenbericht über die Zukunft der Branche vorlegte. Die hochrangige Expertengruppe warnt nicht nur vor neuen Gesetzgebungsvorschriften, die die Aktivitäten der Hedge-Fonds einschränken könnten, sondern fordert im Gegenteil mehr Handlungsfreiräume für alternative Fondsinstrumente.

sce/pk/rez BRÜSSEL. So fordern die Fachleute eine stärkere Öffnung der Hedge-Fonds für private Investoren sowie den Wegfall von Obergrenzen für institutionelle Anleger. EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy hat bereits öffentlich erklärt, er sehe keinen Anlass, gegen Hedge-Fonds mit regulatorischen Maßnahmen vorzugehen. McCreevy ist der Überzeugung, dass der Grundsatz gleicher Rechte für Aktionäre auch für Hedge-Fonds gelten muss. Der Binnenmarktwächter kann sich allenfalls eine Neuregelung vorstellen, die Hedge-Fonds zu mehr Transparenz zwingt. Generell hat McCreevy jedoch mehrmals bekundet, einen marktfreundlichen Ansatz zu verfolgen.

Damit stellt sich die EU-Kommission gegen einige EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland, die eine strengere Regulierung fordern. Auch die Europäische Zentralbank hatte kürzlich davor gewarnt, dass der Zusammenbruch eines oder mehrerer Hedge-Fonds eine Krise auf den Finanzmärkten heraufbeschwören könnte.

Am 19. Juli soll in Brüssel eine öffentliche Anhörung über einen möglichen neuen EU-Rechtsrahmen für Investmentfonds stattfinden. Geladen sind Vertreter von Verbänden, Banken, Kanzleien und Aufsichtsbehörden. Im November dieses Jahres will McCreevy dann ein Weißbuch über die künftige Regulierung der Investmentbranche vorlegen. Ziel der Kommission ist es, eine Strategie vorzulegen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Investmentbranche in Europa erhöht. Dabei dürfte die Frage im Vordergrund stehen, welche Erleichterungen für alternative Produkte wie Hedge-Fonds und Private Equity (außerbörsliche Beteiligungen) der Kommission vorschweben.

Die Private-Equity-Branche hofft, dass mit dem Expertenbericht das Thema eines einheitlichen europäischen Marktes für Beteiligungskapital stärker ins Blickfeld der Politiker rückt. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Europa stellten Hindernisse für die Finanzinvestoren dar, sagte Verbandspräsident Javier Loizaga. Positiv sei, dass die Kommission die wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung der Finanzinvestoren erkannt habe, ergänzte er.

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