Experten raten von Small Caps ab
Fonds gehen neue Wege bei japanischen Nebenwerten

Im Bewertungsschema der Ratingagentur Feri Rating & Research steht ein "C" für "durchschnittlich". Auf die tatsächliche Wertentwicklung von Fonds lässt das Rating allerdings nicht immer schließen. Das zeigen die mit "C" bewerteten japanischen Nebenwertefonds Dit-Wachstum Japan und M&G Japan Smaller Companies.

HAMBURG. Während der Dit-Fonds mit einem starken Wertzuwachs von 18,55 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten Rang acht von 29 Vergleichsfonds belegte, liegt der M&G-Fonds mit einem Minus von 1,7 Prozent abgeschlagen auf Rang 28 (siehe Tabelle).

Dit-Manager Koji Nakatsuka führt das gute Abschneiden seines Fonds auf ein Übergewicht bei wachstumsorientierten und kleineren Firmen, den so genannten Small Caps, zurück. Erwartungen einer Reflation und der damit einhergehenden expansiven Geldpolitik hätten die Kurse dieser Aktien angeheizt. Zuletzt hätten allerdings Befürchtungen, die Geldpolitik könne sich ändern, eine Marktkorrektur ausgelöst. "Die Gewinner 2005 wurden im ersten Quartal 2006 aggressiv verkauft", sagt Nakatsuka. Da sich der Small-Cap-Sektor seiner Meinung nach so schnell nicht erholen wird, schichtet er sein Portfolio derzeit um und setzt auf mittelgroße Firmen.

Dabei konzentriert sich Nakatsuka auf drei Sektoren: regionale Banken, die von einer Erhöhung der Zinsen profitieren könnten, Einzelhändler wegen des steigenden privaten Konsums und schließlich Unternehmen, die vom Nachholbedarf alteingesessener Firmen bei der Modernisierung und Instandhaltung profitieren.

Größere Umbauarbeiten erlebt zurzeit der M&G Japan Smaller Companies. Im Juni haben Vaughn Chang und Dean Cashman die Leitung des Fonds von Kenichi Ura übernommen. Chang ist künftig für die Fondsverwaltung zuständig, Cashman für die Strategie. Die Prozesse sind in Hongkong zentralisiert worden, bisher wurde der Fonds von Japan aus gemanagt. Die Neubesetzung habe jedoch nichts mit der schwachen Performance des Fonds in jüngster Zeit zu tun, heißt es von M&G. Ob und welche Auswirkungen sie auf die Zusammensetzung des Portfolios haben wird, wollte M&G zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitteilen.

Der Managementwechsel beim M&G-Fonds macht einen Vergleich mit dem Dit-Produkt für Marc Erpelding, Analyst von Fund Market Research, derzeit schwierig. "Kurzfristig betrachtet schneidet das Dit-Produkt besser ab, auf lange Sicht liegt jedoch der M&G-Fonds vorn", sagt er. Grundsätzlich rät er zur Zurückhaltung bei japanischen Nebenwertefonds: Er bevorzugt Fonds, die in große bis mittelgroße Unternehmen investieren. Im Umfeld steigender Zinsen seien sie die bessere Wahl, die Bewertungen seien attraktiver als bei Small Caps.

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